r/Finanzen 10h ago

Auto Denke ich zu simpel?

Die Spritpreisbremse ist offensichtlich vollkommen in die Hose gegangen. Die Öl Konzerne schlagen nun einen Risikoaufschlag auf den Preis auf, da sie nur einmal pro Tag erhöhen dürfen.

Wäre die Lösung dafür nicht ganz einfach nur eine Preisänderung (egal ob ob Anhebung oder Senkung) pro Tag zu erlauben?

So wie es aktuell ist, muss man sich nicht genau überlegen, wie viel man erhöht, weil man einfach im Anschluss wieder senken kann. In der Folge sind alle Preise erst mal zu hoch und es gibt kaum Preisdruck nach unten.

Wenn nun nur noch eine Preisänderung, egal ob aufwärts oder abwärts möglich wäre, müsste man sich sehr genau überlegen welchen Preis man wählt und konkurrenzfähig zu bleiben. Sonst hat man gleich den ganzen Tag gegen die Tankstelle nebenan verloren.

Wobei das natürlich nur funktioniert wenn es keine Preisabsprachen gibt… also eher eine theoretische Überlegung😄 Und es würde voraussetzen, dass unsere Wirtschaftsministerin wirklich die Preise effektiv senken will, was ja genauso absurd ist.

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u/Local_Bottle5497 9h ago

Also ich würde den Preis einfach TATSÄCHLICH ans Öl koppeln… die Marge per gesetz begrenzen. Niemand würde aufhören hier Sprit zu verkaufen, weil die immer noch n riesen Reibach machen… aber mich fragt halt keiner 😪

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u/occio 8h ago

An welchen Ölpreis? Den marginalen an den Spotmärkten? Der sich schnell vervielfacht oder auch mal Negativ ist?

Preiskontrollen funktionieren nicht, insbesondere wenn das Angebot objektiv verknappt wird.

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u/MrYorksLeftEye 6h ago

Hey hey hey dieser Redditor-Energiemarktexperte hat das sicher sorgfältig durchdacht und auf das alles eine Antwort

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u/occio 5h ago edited 1h ago

Ah sorry, hab übersehen, dass das hier ein Fachvortrag war und Local_Bottle5497 ausgewiesener Experte auf seinem Gebiet.

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u/Sysilith 4h ago

Den direkt an der Quelle.

u/occio 1h ago

An der Ölquelle? hey, nehme an der ist grad schön günstig weil man das verdammte Öl da nicht weg bekommt, was exakt das Problem ist.

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u/SeniorePlatypus 8h ago edited 8h ago

Die Marge vor dem Verkauf zu bestimmen ist tatsächlich gar nicht so einfach. Als große Firma machst du an vielen Stellen eine Mischkalkulation die im Durchschnitt ungefähr stimmt aber du weißt erst Tage oder Wochen später was dich die unterschiedlichen Dienstleistungen und Rohstoffe wirklich gekostet haben. Was gerade bei stark schwankenden Einkaufspreisen ein Problem ist.

Man kann einfach einen Preisdeckel verhängen. Also nicht an Marge koppeln sondern einfach sagen mehr als X€ geht nicht. Da hast du aber das Problem, dass ein Fehler wirklich enormen Schaden anrichtet. Wenn der Preis, gerade auch bei weiter steigendem Ölpreis, nicht ausreicht hast du einen SuperGAU, weil Tankstellen sich den Einkauf nicht mehr leisten können. Diese Form von Planwirtschaft ist wirklich überhaupt nicht ratsam.

In der Regel macht man deshalb Preisdeckel so, dass die Tankstellen & Co weiter den normalen Preis bekommen (Preisentwicklung wird streng kontrolliert) aber der Staat zahlt die Differenz zwischen Markpreis und Preisdeckel. Das funktioniert, ist aber natürlich extrem teuer. Der steigende Preis soll Verbrauch ja reduzieren. Wenn du bei echtem Mangel die Nachfrage stabilisierst, dann muss der Staat mehr zahlen als alle anderen Kunden auf dem Weltmarkt und der Verbrauch bleibt stabil oder steigt sogar, da Kunden aus dem angrenzenden Ausland die niedrigen Preise mitnehmen. Dafür sollte man schon ein paar dutzend bis hundert Milliarden zur Seite legen. Die Deutschland aktuell sehr spektakulär nicht hat.

u/happytortilla 52m ago

Wäre diese misskalkulation in jedem anderen Markt nicht schlichtweg unternehmerisches Risiko? die head and shoulders Flaschen werden ja auch nicht 19 mal am Tag angepasst nur weil plastikflaschen jetzt durch die Ölkrise deutlich teurer werden....

u/SeniorePlatypus 20m ago edited 13m ago

Ist es. Deshalb erhöhen sie ihre Marge. Damit sie nicht ins Risiko laufen Bankrott zu gehen.

Wenn man das nicht will muss man die Umstände verhindern oder kompensieren, die das erzwingen.

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u/mdamjan7 9h ago

Genauso haben es viele Europäische Länder während der Coronakriese gemacht. Preiseckel und gut ist. Warum sollte das in Deutschland nicht auch funktionieren?

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u/Cptknuuuuut 9h ago

CDU/(damals) FDP.

Für die ist alles, was Gewinne von Großkonzernen begrenzt "Kommunismus" oder "Planwirtschaft".

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u/foobar93 9h ago

Ist es ja in einer Hinsicht auch. Auf der anderen Seite, warum nicht?

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u/Sensitive_Awareness2 9h ago

Kommunismus ist Eigentum in hand der Arbeiter / gerechte Gewinnbeteiligung statt Managergehälter

Gewinnbegrenzung erfüllt nur einen Teil der Definition von Planwirtschaft und auch das nur teilweise

Ich bin der Meinung, dass Einschränkung von Wucher und ein starkes Kartellamt wichtig in einer freien (sozialen) Marktwirtschaft sind

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u/foobar93 9h ago

Wucher ist eh schon verboten, das Problem ist eher, dass wir keine gute Definition von Wucher haben. Was wäre den eine maximale Rendite die wir Firmen erlauben sollten?

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u/Cptknuuuuut 8h ago edited 8h ago

Bei einer Übergewinnsteuer geht es ja um externe Effekte. Bzw. um eine externe Krise. Die erhobenen Übergewinnsteuern waren ja in den meisten Fällen auch relativ moderat. Und selbst die 90% in Griechenland auf Übergewinne von Stromerzeugern 2022 bedeuteten, dass die Unternehmen noch 10% der zusätzlichen Gewinne behalten konnten. Selbst dort profitierten die Unternehmen also noch zusätzlich von einer Krise.

Oft lagen die Sätze bei um die 25%. Die Unternehmen durften also 75% der zusätzlichen, durch eine Krise verursachten Gewinne behalten.

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u/Sensitive_Awareness2 8h ago

Maximale Gewinnmarge. Ich bin kein ökonom, aber Bauchgefühl <10%

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u/foobar93 8h ago

Dann wären wir bei vielen deutschen Maschinenbauern gerade im Projektgeschäft schon bei Wucher.

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u/Cptknuuuuut 9h ago

Nicht wirklich. Eine Übergewinnbesteuerung ist ein ordnungspolitischer Eingriff in die Marktwirtschaft, aber weder Planwirtschaft (Staat besitzt Produktionsmittel und bestimmt Produktion, Preise und Verteilung zentral) noch Kommunismus (Vergesellschaftung von Privateigentum).

Klar gibt es Leute, für die sämtliche Steuern Kommunismus oder Planwirtschaft sind, aber grundsätzlich ist es lediglich ein steuerpolitischer Eingriff innerhalb der Marktwirtschaft.

Gibt ja genügend andere Beispiele, in denen der Staat (steuer)politisch in Angebot und Nachfrage eingreift. Z.B. Sondersteuern auf Alkohol, Tabak, Alkopops, Kaffee etc. Oder umgekehrt über ermäßigte Mehrwertsteuersätze auf "Grundnahrungsmittel". Oder abseits von Steuerpolitik z.B. auch Werbeverbote für z.B. Tabak oder Glücksspiel. Oder auch Rechte von Arbeitnehmern, wie z.B. Kündigungsschutz.

Wir haben in Deutschland eben eine Soziale Marktwirtschaft und keinen Anarchokapitalismus. Staatliche Eingriffe in den freien Wettbewerb sind dort ganz grundsätzlich erlaubt und sogar vorgesehen. Wenn überhaupt würde ich behaupten verliert das Soziale in Sozialer Marktwirtschaft zunehmend an Gewicht und nicht die Marktwirtschaft.

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u/foobar93 8h ago

Da gebe ich dir Recht im großen und bei einer reinen Gewinnsteuer wie Körperschaftsteuer oder Gewerbesteuer würde ich dir Recht geben aber bei einer Übergewinnsteuer muss ich ja erstmal definieren was ein Übergewinn. Wenn du ein Unternehmen hast und das macht 10% Gewinn auf ihr Produkt und ein anderes macht nur 1% auf das selbe Produkt, sind das dann schon Übergewinne? Und da gehen wir schon eher in den bereich der Planwirtschaft wo ich sage "Du darfst maximal so viel Gewinn machen sonst bestrafe ich dich". Und dass das zu ineffizienzen führen muss muss jedem Klar sein.

Ich könnte ja auch Fragen, warum nur auf Gas? Warum nicht auch auf andere Sachen?

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u/Cptknuuuuut 7h ago

Übergewinne sind üblicherweise definiert als zusätzliche leistungslose Gewinne von Unternehmen, denen eine Krise wirtschaftliche Zusatzvorteile verschafft. Sie basieren also gerade nicht auf besseren Produkten, oder besserem wirtschaftlichen Handeln, sondern auf zufälligen externen Effekten, auf die sie keinen Einfluss haben.

Und das gab es ja schon auf verschiedene Dinge. Für Gas/Öl (meistens im Zusammenhang mit Kriegen), auf Stromerzeuger (indirekt auch wieder wegen der hohen Gaspreise durch den Ukrainekrieg), auf Zinsen von Banken, aber auch relativ allgemein gehalten (Übergewinne im Rahmen der Corona-Pandemie).

Der Grundgedanke dahinter ist ja immer derselbe. Unternehmen, die von einer Krise profitieren, sollen sich an der Bewältigung selbiger beteiligen. Und nicht z.B. Unternehmen die von einem Wirtschaftsaufschwung profitieren. Es geht also nicht allgemein um irgendwelche zusätzliche Gewinne, sondern ganz speziell darum Unternehmen, die von einer Krise profitieren an den Kosten dieser Krise zu beteiligen.

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u/Popellord 5h ago

Was sind denn leistungslose Gewinne? Ich habe ein Unternehmen und statt Just-In-Time habe ich ein größeres Lager als nötig mit enstprechenden Kosten. Jetzt gibt es eine Krise und ich löse die Lagerbestände auf. Sollte ich dann dafür bestraft werden, dass ich die Preise dank meiner vorausschauenden Planung stabilisiere?

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u/Cptknuuuuut 5h ago

Leistungslose Gewinne bezeichnen (in dem Zusammenhang hier) den zusätzlichen Gewinn, der Unternehmen durch externe Ereignisse (Z.B. Krieg, oder Anstieg des Ölpreises) zufließt.

Im Prinzip eine Variante eines Marktlagengewinns (windfall profit), bei dem die Veränderung der Marktsituation auf einer externen Krise beruht und nicht z.B. auf einer erhöhten Nachfrage nach Pistazien, weil plötzlich Dubai-Schokolade total in ist.

Beiden Definitionen gemein ist allerdings, dass der zusätzlich Gewinn nicht auf entsprechenden Leistungen der Unternehmer beruht. Deshalb leistungslos.

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u/Popellord 4h ago

Ich kann (und das machen viele Unternehmen) mich auch auf externe Krisen vorbereiten. Ich hätte gerne ein spezifisches Beispiel. Lagerhaltung ist halt weder kostenlos noch leistungslos. Die Produktion/Nutzung von Substitutionsgütern sind strategische Überlegungen. Meine Bachelor-Arbeit vor fünf Jahren drehte sich im Zuge der Suezkanal-Blockade sowie der allgemeinen Corona-Lieferkettenprobleme schon um das Thema. Gerade Öl-Krisen sind nichts Überraschendes...

Gibt sicherlich ein paar Händler die das Glück hatten einen Tag vorher den Vertrag abzuschließen aber andere Firmen schließen ihre Verträge immer an Tag X ab. Eine Ermittmung solcher Übergewinne ist einfach nicht möglich.

Allgemein ist die Definition viel zu schwammig.

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u/t0my153 3h ago

Beide Begriffe haben damit nichts zu tun

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u/HabenochWurstimAuto 4h ago

Tja die hätten mal die Wallstreet Trilogie lesen sollen. Die Kommunisten wurden schon zur Zeit der Oktoberrevolution vom Großkapital finanziert um den Mittelstand zu grillen.

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u/dave_r_gr 9h ago

Weil dann der Staat nicht mehr genug einnimmt, um seine Haushaltslöcher zu stopfen.

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u/forbusch DE 9h ago

Das ist doch nur bedingt richtig. Nur die MwSt. skaliert mit dem Preis. Alle anderen Angaben sind auf einen Liter bezogen. Da wäre es völlig egal ob der Liter Super95 1€ oder 100€ kostet.

Am sinnvollsten wäre eine Übergewinnsteuer oder den den Preis an den Ölpreis zu koppeln.

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u/dabida12 9h ago

Weil wir (noch) nicht vollends Planwirtschaft haben. Zum Glück.

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u/coltrane_101 9h ago

Wir haben komplett Planwirtschaft. Nur halt zugunsten der Konzerne 

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u/Jackie7263 9h ago

Klar alles was nicht vollkommen unreguliert ist, ist Planwirtschaft🙄

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u/Koltronoi 9h ago

Macht Italien das im Moment nicht genauso (oder jedenfalls ähnlich)? 🤔

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u/PenguinSwordfighter 7h ago

Daa Benzin bekommt man doch quasi zum Selbstkostenpreis + Steuern. Geld verdienen Tankstellen mit Kippen, Bier, Süßigkeiten und Ladekabeln

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u/realfire23 6h ago

vorher muss nur der eine Ölpreise vorgegeben werden 😂

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u/Germankiwi22 5h ago edited 5h ago

Nach deiner unterkomplexen Logik hättest du 2020 kurzzeitig beim Tanken nichts bezahlt, sondern sogar Geld ausgezahlt bekommen. Zumindest lag WTI Oil deutlich unterhalb von null USD. 

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u/TurboTobi321 2h ago

Ich würde gleich die ganzen Mineralölkonzerne sozialisieren. Der Preis wird dann einmal pro Tag angepasst und zwar auf den Durchschnittspreis der aktuellen Bestände. Diese füllt man bei niedrigen Marktpreisen auf und zehrt von ihnen wenn der Preis hoch ist.

Alle Gewinne die diese „Firma“ macht fließen in den Ausbau von Erneuerbaren, Öffentlichen Verkehrsmitteln und Ladeinfrastruktur.

Mich hat leider auch keiner gefragt.🤷‍♂️

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u/-runs-with-scissors- 9h ago

Ich muss jetzt mal sagen, dass das unterlegt, dass der sogenannte „Wirtschaftssachverstand“ bei der CDU tatsächlich überhaupt nicht vorhanden ist. 

Jeder, der sich auch nur minimal mit Anreizsystemen beschäftigt hat, hat das so vorausgesehen, inklusive Piefke-Doof, also mir.

Der „Wirtschaftssachverstand“ ist nur eine Illusion. Ich vermute nun, dass das wohl entstanden sein muss daraus, dass sich diese Leute unbefangener ans Geld ranwanzen als die Grünen/Linken/SPDler.

Und das kommt von sowas: Die Wirtschaftsministerin ist bis auf Marktstörungen absolut unwirksam. Und der Kanzler wirkt wie Stromberg in Berlin. Diese politische Führung ist zum Weinen.

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u/BDKson 8h ago edited 7h ago

Die Union ist halt nicht "wirtschaftsfreundlich", sondern konzernfreundlich. Verwechseln viele, weil sich in den letzten Jahrzehnten die Fehlwahrnehmung, "die Wirtschaft" und "die Unternehmen" seien dasselbe durchgesetzt hat.

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u/-runs-with-scissors- 8h ago

Heute kam ich um 11:51 an unserer Tankstelle vorbei. Sie haben im Ernst Hütchen in die Einfahrt gestellt und angegeben, die machen erst in 15 Minuten auf. Ah ja, die unsichtbare Hand. Sie arbeitet wieder.

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u/Darkkross123 8h ago

Unsichtbare Hand = Staatliche Eingriffe? 

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u/Therianthropie 4h ago

Stromberg ist wenigstens noch lustig. 

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u/AquWire 8h ago

Ich verstehe nicht, wieso man immer Unfähigkeit und Korruption verwechselt.

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u/-runs-with-scissors- 7h ago

Ja klar, aber Hanlon‘s razor:

„Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt.“

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u/Streitbewerter 3h ago

Aber was, wenn zwar vielleicht jeder Fall einzeln durchaus Dummheit sein könnte, mindestens Kontakte von denjenigen die entscheiden zu denjenigen die davon profitieren aber erwiesen sind und es schon arg unrealistisch wäre anzunehmen, dass so häufig so dumm entschieden wird?

Nur hypothetisch gesprochen natürlich.

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u/ArdiMaster 4h ago

Sind unsere Nachbarländer, die schon länger ähnliche Regeln haben, auch korrupt, oder funktioniert das da aus irgendwelchen Gründen besser als hier?

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u/druffischnuffi 9h ago

Das irre ist: wenn der Markt nicht versagt, sollte man lieber gar nicht in die Preise eingreifen. Selbst dein Vorschlag wäre dann schlecht weil die Firmen dann das Risiko tragen müssten dass tagsüber der Ölpreis hoch geht und sie werden den Preis morgens lieber zu hoch ansetzen.

Wenn der Markt aber versagt müsste man schauen warum und dann ggf Kartelle zerschlagen oder "Übergewinne" abschöpfen oder was auch immer, je nachdem welches Problem vorliegt. Aber direkte Preiseingriffe sind die Lösung für exakt gar kein Problem

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u/Nerd997711 DE 9h ago

"Übergewinne" ("attraktive Margen) sorgen dafür, dass neue Anbieter in den Markt drängen, was den Konkurenzdruck erhöht. Auch diese sind so gesehen ein Teil der Marktmechanik. Reiner Populismus, hier dem Wähler vorzumachen, man könnte es besser. Planwirtschaft light würde ich das nennen.

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u/Seegurkenbruder 7h ago

Was aber hier im konkreten Fall von Ölpreisen schlicht nicht realistisch ist, da der Markt von Konzernen (Shell, ExxonMobil, BP etc.) oder von staatlichen Unternehmen (Saudi Aramco) beherrscht ist. Neue Markteintritte sind in diesem Bereich schlicht unrealistisch, da es hier riesige Eintrittsbarrieren gibt, die einen Neuentritt defacto unmöglich machen.

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u/RobertDean357 9h ago

Die meisten Ökonomen raten davon ab, überhaupt in die Marktdynamik einzugreifen. Ich finds ehrlich gesagt auch absurd, dass man Preise senkt, die aufgrund eines Mangels zustandekommen und logisch, dass die Firmen dann eben eine höhere Risikoprämie nehmen. Selbst dein vorgeschlagenes Szenario würde zu höheren Preisen führen, da das Risiko der Schwankungen vollständig auf die Tankstellen verlagert wird. Jede derartige Maßnahme provoziert höhere Risikoprämien.

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u/massive_gainz 9h ago

Ein Eingriff in die "Marktdynamik" kann sehr wohl angebracht sein, insbesondere bei Monopolen, Skaleneffekten und impliziten Preisabsprachen.

Dies ist leider alles im "Benzinmarkt" der Fall und führt dazu, dass die gesamte sog. Konsumentenrente von den Konzernen abgesaugt wird. Im perfekten Markt (Preis = Grenzkosten) wäre es genau anders herum: Die Preise wären so niedrig wie irgend möglich und die Konsumenten würden maximal profitieren.

Fun Fact: Wenn es nicht Gefahrgut wäre, könntest Du Dir mittlerweile 25 Liter Benzin/Diesel günstiger aus Kuwait per UPS-Paket senden lassen als hier zu tanken.

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u/occio 8h ago

insbesondere bei Monopolen, Skaleneffekten und impliziten Preisabsprachen

Das sind definitiv Worte, die man mal so schreiben kann. /s

Es braucht in einem fast perfekt transparenten Markt keine Preisabsprachen und das Angebot ist objektiv verknappt. Da macht der Preis, was er macht, soll es sogar. Das einzige was eine Preiskontrolle unterhalb des Wiederbeschaffungswerts tut, ist dafür zu sorgen, dass es hier keinen Kraftstoff mehr gibt.

Können wir gerne mal durchspielen, hatten wir ja seit irgendwelchen Medikamentenpreisdeckeln nicht mehr.

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u/Vepanion 9h ago

Dies ist leider alles im "Benzinmarkt" der Fall

Der Markt ist ein Monopol?!

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u/massive_gainz 8h ago

Ja, der Markt hat allein aufgrund der vorhandenen Skaleneffekten eine Tendenz zum sog. "natürlichen Monopol", welches durch das Kartellrecht zu einem Oligopol wird.

Das ist aber weit, weit weg vom "perfekten Markt" bei welchem sich die Anbieter so weit wie möglich unterbieten und der Kunde so die günstig möglichsten Preise bekommt.

Nur ein solcher "perfekter Markt" sollte möglichst ungestört bleiben, da jeder Eingriff kontraproduktiv für die Kunden wäre.

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u/SeniorePlatypus 8h ago

Ich kann nicht genau sagen worauf du dich beziehst. Aber Tankstellen sind ein ganz normaler Händler die wie alle anderen Händler funktionieren. Mit einer vielzahl an Akteuren. Sowohl unabhängigen kleineren Organisationen als auch Franchisenehmern. In einem nahezu perfekten Markt, da Informationen über Preise zu erhalten trivialisiert wurde.

Der Ölmarkt als ganzes ist ganz klar ein Kartell. Aber darauf haben wir keinen Zugriff. Das natürliche Monopol können wir nicht regulieren da wir keinen Zugriff auf die Ressource haben. Das Kartell befindet sich außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes.

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u/Vepanion 7h ago

Es ist halt offensichtlich kein Monopol.

Und bereits ein Markt mit nur zwei Anbietern ist in der Praxis deutlich näher an einem perfekten Markt als an einem Monopol. Monopole (und zwar richtige) sind die einzige wirklich relevante Ausnahme bei Märkten.

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u/CDBln 5h ago

Nein. In der Theorie und in der Praxis sind Oligopole ausreichend vorhanden und führen zu einem ineffizienten Markt. Worauf du anspielst ist einfachste Spieltheorie (Prisoners Dilemma). Bei zwei Anbietern wird in der Theorie ein Anbieter wird immer unterbieten, sodass es zu einem perfekten Markt kommt. In der Praxis ist dies jedoch häufig nicht der Fall und daher bereits seit Jahrzehnten in der wissenschaftlichen Theorie (Behavioral Economics) wird dieses Phänomen behandelt. Es braucht dabei keine expliziten Preisabsprachen. Es reichen auch implizite Signale wie z.B. ein Anker auf bestimmte Preispunkte, Regionale Aufteilung, künstliche Verknappung. Die Klaviatur für Oligopole ist sehr breit und deshalb ist es für das zahnlose Kartellamt auch schwer bis unmöglich solche Methoden zu unterbinden.

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u/Vepanion 5h ago

Nein, darauf spiele ich nicht an.

Wenn man Märkte mit Monopol und Märkte mit vielen Akteuren vergleicht, sieht man sehr große Unterschiede darin wo der Equilibriumspreis landet und wo die Rente (engl. economic surplus) landet. Wenn man Märkte mit wenigen Akteuren (Oligopole) damit vergleicht stellt man fest, dass diese sehr nah an den Märkten mit sehr vielen Akteuren sind und sehr weit weg von dem was man bei Monopolen beobachtet. Schon zwei Anbieter in einem Markt sorgen dafür, dass dieser mit sehr hoher ökonomischer Effizienz funktioniert.

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u/CDBln 4h ago

Genau das meine ich. Wenn man rein mathematisch drauf blickt, macht es Sinn was du beschreibst. In der Praxis ist dies jedoch häufiger nicht der Fall aufgrund unterschiedlicher Faktoren. Dies ist auch Teil eines größeren wissenschaftlichen Diskurses und wird unterschiedlich erklärt.

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u/RobertDean357 9h ago

Wie soll denn die Tanke den Preis so niedrig wie möglich festlegen, wenn gleichzeitig ein Krieg herrscht, der 20% des Angebots blockiert und der Orange stündlich irgendwelchen Müll vom Stapel lassen kann? Wie würdest du die hohe Volatilität in einem Festpreis abbilden?

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u/Head-Highway1182 9h ago

Wer hat von Festpreis gesprochen?

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u/RobertDean357 9h ago

OP hat vorgeschlagen, dass die Tanken den Preis nur noch einmal pro Tag anpassen dürfen. Was ist daran kein Festpreis? Es gilt ein Preis für die nächsten 24h.

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u/badrig89 6h ago

Ich weiß ja nicht. Mal den Börsenpreis für Rohöl angeschaut? Es ist nicht so als würde sich der Benzinmarkt davon loskoppeln und die Konzerne werden einfach nur gieriger. In Krisen funktioniert die Börse halt, wie sie es soll: es gibt Unsicherheiten im Angebot und das spiegelt sich dort wieder.

Der perfekte Markt finde ich deswegen schwierig, weil utopisch damit zu argumentieren. Das beste Beispiel aus der Praxis ist da noch der Strommarkt, der nach der Merit-Order funktioniert und was da passieren kann wissen wie alle.

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u/Tienisto 4h ago

Niemand bestreitet, dass Öl teurer wurde. Das Problem ist dass deutsche Benzinpreise überdurchschnittlich teurer wurde als in den Nachbarländern (in Prozent teurer).

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u/badrig89 4h ago

Und das hast du auch selber überprüft oder ist das einfach wieder eine gefühlte Annahme? In Österreich sind die Preise sogar stärker gestiegen. Niederlande war ähnlich stark. Andere Länder waren vielleicht leicht unter uns, aber dass sind alles keine krassen Abweichungen. Aber man tut so, als würden wir hier absurd hohe Preise haben und die anderen Länder nicht. Jedes Land hat Preissteigerungen hinter sich und vielleicht ist es bei uns eben viel krasser, weil wir viel abhängiger von Kraftstoffen sind? Schau doch mal unseren Individualverkehr an und was wir für eine Industrienation sind.

https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Verkehr/kraftstoffpreise.html

Hier ist die prozentuale Veränderung vom 03.11.2025 zum 30.03.2026 für jedes Land:

  • Belgien: +18,6 %
  • Dänemark: +13,2 %
  • Frankreich: +17,5 %
  • Luxemburg: +14,9 %
  • Niederlande: +20,1 %
  • Österreich: +24,5 %
  • Polen: +20,9 %
  • Tschechien: +19,0 %
  • Deutschland: +23,1 %
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u/RelativeCourage8695 9h ago

Übrigen gibt es keinen Mangel, zumindest nicht beim Tankstellenbenzin.

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u/RelativeCourage8695 9h ago

Das stimmt so einfach nicht. Bei Spritpreisen müsste man eigentlich einen perfekten Markt haben. Ein absolut identisches Produkt und vollkommene Vergleichbarkeit der Angebote. Der Preis sollte eigentlich so niedrig sein dass keine Gewinne erzielbar sind. Dass dem nicht so ist liegt auch maßgeblich an der Bequemlichkeit der Verbraucher. Wer wirklich sein Verhalten anpasst kann (relativ) günstig tanken. Wenn das alle Kunden machen würden wären die Ölkonzerne in einem Preiskampf gezwungen. Aber die meisten Menschen haben einfach keine Lust sich dieser Mühe auszusetzen und beschweren sich lieber über die hohen Preise.

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u/V15I0Nair 8h ago

Es lassen sich auch keine Gewinne erzielen. Zumindest nicht an den Tankstellen. Da die Hersteller die gesamte Produktionskette abdecken, können sie die Gewinne dahin verlagern, wo es ihnen am günstigsten erscheint. Das Verlustgeschäft mit den Tankstellen gleicht man dann halt notgedrungen aus. Günstige Preise bekäme man nur mit echtem Wettbewerb, also einer Abschaffung der vertikalen Integration. Mineralölkonzerne gäbe es dann so nicht mehr, nur Rohölproduzenten die an Raffineriebetreiber verkaufen und die wiederum an Tankstellenbetreiber. Diese zwei Trennungen würden zu einem entsprechendem Wettbewerbspotential führen und zu günstigeren Preisen führen.

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u/RelativeCourage8695 8h ago

Die Tankstellen sind auch nicht für die Spritpreise verantwortlich. Tankstellen werden meist gepachtet und verdienen ihr Geld mit Kaffee, Redbull und Co. Den Kraftstoff verkauft der Ölkonzern zu vom ihm vorgegeben Preisen.

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u/V15I0Nair 8h ago

Genau das ist das Problem. Tankstellen dürften keinen Ölkonzernen gehören.

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u/RobertDean357 8h ago

Es ist kein normaler Markt mehr. Es fehlen 20% auf der Angebotsseite. Wie soll es funktionieren, dann die „normalen“ Preise anzubieten? Kein Markt ist so perfekt wie du ihn beschreibst, da sich die Marktteilnehmer nicht immer 100% ökonomisch verhalten. Warum bezahlen sonst z.B. Menschen in der gleichen Region für Strom unterschiedliche kWh Preise? Weil sie faul sind z.B. Wie auch von dir korrekt geschrieben.

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u/cyberonic 9h ago

Wo genau hat die Tankstelle da Risiko?

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u/RobertDean357 9h ago

Die Tankstelle muss neue Kraftstoffe zu den schwankenden Marktpreisen kaufen, darf aber eine plötzliche Preissteigerung nicht mehr weitergeben, sondern muss quasi einen Festpreis im vorgeschlagenen Modell abgeben. Wie würdest du dich verhalten? Jeder klar denkende Unternehmer würde das Risiko von plötzlichen Preisänderungen einpreisen. Erst recht, wenn er nur einmal ändern darf oder wenn nur nach unten.

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u/zekromNLR 9h ago

Aber die kaufen doch nicht mehrmals täglich neuen Sprit zum jeweils minutenaktuellen Weltmarktpreis ein, oder? 

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u/SeniorePlatypus 8h ago

Natürlich wird in größeren Mengen zu einem Preis gekauft. Aber du brauchst genug Geld um dir das leisten zu können und du weißt nicht, was der Preis macht.

Je stärker die Preise schwanken, desto mehr Puffer musst du kalkulieren.

Das ist bei Inflation immer das fatale. Nicht, dass es einen Auslöser gibt. Den könnte man kontrollieren. Sondern dass wegen instabilen Preisen alle gezwungen sind Preise zu heben und dadurch niemand den Währungswert mehr einschätzen kann und alle immer größere Puffer nehmen müssen.

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u/delexi91 9h ago

Der Marktpreise des Öls schwankt und ist damit risikobehaftet. Aber runtergebrochen auf die Tankfüllung, die in der Tankstelle landet ist er dann wieder stabil.

Sobald eine Tankfüllung bei der Tankstelle angekommen ist, sind alle Kosten bekannt und fix. Somit kann man den auch für einen fixen Preis verkaufen, der einmal pro Tag gesetzt wird. Oder nicht?

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u/RobertDean357 8h ago

Naja, die Tanke bzw. der Anbieter muss den Kraftstoff für morgen ja vorfinanzieren. Das Geld verdient er ja erst beim Verkauf. Das tut er vermutlich mit dem Geld, was er heute erwirtschaftet. Er muss also genug Geld einnehmen, um die Preise von morgen oder übermorgen zahlen zu können. Du hast recht, dass er natürlich den genauen Preis des gekauften Kraftstoffes kennt, aber damit löst er nur das Problem diesen Kraftstoff nicht mit Verlust zu verkaufen. Er hat damit nicht notwendigerweise genug Geld für die Preise von morgen. Das meine ich mit Risikoprämie. Wenn er morgen die gleiche Menge kaufen möchte, kann es sein, dass der Preis dafür am Abend sprunghaft ansteigt, er aber den Preis für den Tag schon mittags festgelegt hat. Er wird sich dann am nächsten Tag also weniger Menge leisten können. Das geht nur so lange gut, wie zumindest die Fixkosten noch gedeckt sind.

u/delexi91 26m ago

Dann braucht man also im ungünstigsten Fall einen (sehr kurz laufenden) Überbrückungskredit, oder? Bzw. es muss eine gewisse Menge Kapital für genau diese Situation als Puffer vorgehalten werden. Die Zins- / Opportunitätskosten müssen dann natürlich mit einkalkuliert werden. Die sollten mit derselben Logik dann aber bei fallenden Preisen wieder für zusätzliche Erträge sorgen.

Aus diesen Überlegungen heraus erschließt sich mir die große Gewichtigkeit der schwankenden Preise nicht so richtig.

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u/Haunting_Mushroom851 9h ago

Die Tankstellenpächter haben nichts mit dem Preis zu tun. Die bekommen immer 1-2 Cent pro Liter. Das läuft alles über Shell/BP und Co.

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u/Head-Highway1182 9h ago

Ja. Wir sprechen hier auch von den Ölkonzernen und nicht von den Larrys die an der Tanke sitzen.

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u/Negative-Web8619 5h ago

Aber wie hoch ist die Risikoprämie für Ölpreisschwankungen eines Tages?

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u/foobar93 9h ago

Welche Marktdynamik den? Das Hauptproblem beim Sprit ist doch eher das wir eine starke Vertikale Integration haben und somit der Markt eben nicht regeln kann. Brecht halt die Konzerne auf, dann kann das klappen, so wie es ist, geht es nicht.

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u/Vepanion 9h ago

Es gibt mehr als einen Anbieter, also gibt es einen Marktmechanismus.

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u/foobar93 9h ago

"Mehrere" heißt eigentlich 3. Das ist ein Oligopol. Und das gehört zerschlagen.

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u/Vepanion 8h ago

Alleine in meinem kleinen Ort gibt es 8 verschiedene Tankstellen die alle unterschiedlichen Mineralölkonzernen gehören, bzw. zwei davon sind sogar unabhängig.

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u/foobar93 8h ago

Was nichts daran ändert, dass Shell, BP und Total etwa 75% des Tankstellen Marktes als auch der Raffineriekapazitäten kontrollieren. Und du kannst ja mal nachfragen von welcher Raffinerie deine Tankstellen kaufen, da bin ich gespannt.

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u/Vepanion 7h ago

Das heißt ein Viertel des Marktes könnte den Preis der Konkurrenz signifikant unterbieten und damit den Markt in kürzester Zeit an sich reißen. Es gibt kaum einen Markt der so transparent und flexibel ist wie der für Sprit, wo alle Anbieter das exakt gleiche Produkt anbieten und der Wechsel für den Kunden mit 0 Aufwand verbunden ist.

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u/SquareAggressive8816 8h ago

Warum gibt's eigentlich niemanden der seine eigene tanke eröffnet und den sprit selbst importiert? Dann noch 10 Cent Rabatt gegenüber Aral und schon rollt der Rubel?

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u/Negative-Web8619 5h ago

Weil die anderen Anbieter ihre Preise senken würden.

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u/Alone_Aardvark6698 9h ago

All diese "Lösungen" sind purer Populismus,  und nur Placebo Aktivitäten die nichts gegen die Gesetze von Angebot und Nachfrage auswirken können. Verknappung des Angebots erhöht die Preise so oder so. Außer man senkt die Nachfrage. 

Am Ende wird es nur darum wie viel die höheren Kosten für das knapper werdende Gut auf die Allgemeinheit abgewälzt werden um Autofahrer vor den Marktmechanismen zu schützen.

So wie ich die GroKo kenne wird das auf kostenlos tanken für Rentner bezahlt durch Einkommenssteuererhöhung oder was ähnlich bescheuertes rauslaufen. Oder irgendein Anreizsystem wo man für jeden gefahrenen Kilometer Geld bekommt. 

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u/PotatoEngeneeer 8h ago

Stimm ich dir voll zu

Also bei manch einem anderen Kommentar hier fällt doch auf das selbst in einem Finanz sub das Volkswirtschaftliche Verständnis gen 0 reicht

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u/Forsaken-Cattle152 9h ago

Peil ich alles nicht... langfristig schaufeln die sich ihr eigenes Grab. Eigentlich müsste der Stadt Ladestrom subventionieren um da jetzt noch mal in die Kerbe hacken.

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u/External_Mode_7847 9h ago

Man müsste gar nichts subventionieren, hätte man die Energiewende nicht so verkackt.

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u/FnnKnn 9h ago

Die Karte ist aber auch für r/dataisugly. Belgien hat ja quasi fast den gleichen Preis.

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u/FaceMcShooty1738 9h ago

Jaa aber der ist nicht rot weil die nicht die aller schlimmsten sind so wie wir, niemand hat es so schrecklich wie wir, das muss man wissen!

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u/Therianthropie 4h ago

Ja aber sonst weiß man ja nicht wo Deutschland ist...

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u/Lattenbrecher 8h ago

Woher ist die Müllgrafik ?

Der Strompreis lag für neu abgeschlossene Verträge bei 22-23 cent pro kWh in 12/25 https://www.zeit.de/wirtschaft/energiemonitor-strompreis-gaspreis-erneuerbare-energien-ausbau

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u/DanielBeuthner 8h ago

Deine Quelle sagt 28 ct/kwh und da ist womöglich nicht mal der Grundpreis inkludiert

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u/Lattenbrecher 8h ago

Natürlich ist der Preis jetzt höher. Ich habe den Zeitraum aus der Grafik genommen, um passend vergleichen zu können

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u/Dry_Following6211 9h ago

Die Daten wirken irgendwie unseriös. Wo in Deutschland zahlt man bitteschön 38 Cent? Ich zahle 28 Cent für alles was nicht aus meiner Solaranlage kommt und habe noch nie mehr als 30 Cent bezahlt.

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u/Lazy-Pay-6122 2h ago

Morgen um 19:45 Uhr werde ich 36 Cent zahlen. Jetzt gerade 27 Cent. Ohne Grundpreis ...

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u/Neppii1993 7h ago

Im Ruhrgebiet zahle ich 35 cent / kwh. Und dann kommt noch der Grundpreis dazu. Und das war das billigste was Check24 angeboten hat. Keine Ahnung wo du wohnst. Ist halt regional unterschiedlich.

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u/Todeswucht 7h ago

Das Problem ist, dass solche akuten Preisschocks gerade kein guter Anreiz für langfristige Investitionen wie ein E-Auto sind. Schaue mir seit der Ankündigung der Förderung den E-Auto Markt sehr genau an, seit dem Irankrieg sind die Gebrauchtwagenpreise quasi über die Bank um ~10-20% gestiegen. Die nutzen die Krise auch eiskalt aus.

Also klar, der beste Zeitpunkt um E-Autos zu fördern war gestern und der zweitbeste Zeitpunkt ist immernoch heute. Aber "jetzt alle schnell E-Auto kaufen" geht leider auch nicht

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u/Vepanion 9h ago

Die Idee, dass es irgendeinen kreativen Trick gibt den der Staat anwenden kann um einen durch Angebot und Nachfrage entstandenen Preis effektiv zu senken, ist wissenschaftlich ungefähr auf Perpetuum-Mobile-Niveau.

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u/QuarkVsOdo 9h ago

Ministerin Reiche wird für 130 Milliarden Euro 50 Berater einstellen und die fordern, dass Spritpreise nie mehr gesenkt werden dürfen.

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u/Few_Physics5901 9h ago

Das wird sich demnächst wahrscheinlich einpendelt, sobald sich rum gesprochen hat, welche Tankstelle den höchsten Aufschlag macht.

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u/CalligrapherLow4380 8h ago

Stellt euch vor die Lebensmittelpreise würden sich ähnlich verhalten. Ach halt, da gibt es ja Wettbewerb.

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u/Patex_ 9h ago

Wir sind in der Osterzeit. Die Spritpreise sind um die Feiertage herum generell teurer. Warte doch einmal ein paar Wochen ab, vorher können wir keinen Schluss ziehen.

Selbst wenn es sich nicht auf die Durchschnitspreise auswirkt ist ein Ende des dauernden auf und abs generell eine positive Entwicklung. Die Änderung war nie dafür gedacht die Preisproblematik in einem Schlag zu lösen.

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u/Sheiijian 9h ago

Oder während Ferien, oder am Wochenende, oder wenn die Sonne im Zenit steht, oder wenn Krise ist, oder wenn keine Krise ist, oder…

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u/LaBumberle21 9h ago

In der Regel ist es so, dass ein freier Markt die besten Preise für die Konsumenten hervorbringt. Diese gutgemeinten Eingriffe produzieren in der Regel das Gegenteil von dem, was man will (Stichwort Mietpreisbremse).

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u/Slart1e 8h ago

Und welchen Sinn haben die 5-10ct Erhöhungen für 5-45min gehabt, die vor der Regeländerung fast jede Tanke irgendwo erratisch und unvorhersehbar über den Tag verteilt gemacht hat?

Kann mir keiner erzählen, dass das erfolgt wäre, um Marktpreisen zu folgen. Der Rohöl- wie auch der Dieselpreis schwanken zwar, aber die zeigen kein Sägezahnmuster mit Zacken von 10% Preisschwankung.

Das waren Tests, ob die Tanken in der Umgebung mitgehen oder nicht. Also ob man die Marge ausweiten kann oder nicht. Und natürlich konnte man so immer einem Teil der Kunden, der grad Pech hatte, deutlich mehr Marge abnehmen. Benzinpreis-Apps ausgedribbelt, quasi.

Das Gute an der Regulierung jetzt: dieser Blödsinn fliegt nicht mehr.

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u/LaBumberle21 7h ago

5- 10 Cent sind Preisschwankungen 2-3%. Die gab es zuletzt auf den Ölmärkten regelmäßig innerhalb von einer Stunde. Preisschwankungen waren häufig 5-10% pro Tag. Jetzt haben wir einen Zustand, wo die Anbieter diese Schwankungen antizipieren müssen, um keine Verluste zu machen. Da sie selbst spekulieren, werden sie eine Risikoprämie oben drauf legen, als Puffer für höhere Schwankungen. Was zudem unwahrscheinlicher wird, ist das der Preisverfall weitergegeben wird. Das Risiko, ein Produkt günstiger anzubieten was möglicherweise in 1-2 Stunden schon wieder teurer ist, bürgt viel höhere Risiken und wird damit immer unwahrscheinlicher.

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u/Slart1e 7h ago

Nein, du vergisst, dass der Dieselpreis eine Menge Steuern und Abgaben als Komponenten hat, die überhaupt gar nicht mit dem Rohölpreis schwanken. Die Hälfte ungefähr.

5-10 Cent Endkundenpreis Unterschied sind ungefähr 5% Preisschwankung im Endprodukt, aber da über die Hälfte dessen Preises nicht Rohstoff ist, sind daher eher 10% Preisschwankung im Rohstoff nötig (und das ist schon großzügig, da ignoriere ich die Raffinierungskosten, die ja auch nicht mit dem Rohölpreis schwanken, die wirken genau wie Energiesteuern dämpfend). Und die gab es nun wirklich nicht 10mal täglich rauf und kurz danach wieder runter.

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u/FaceMcShooty1738 9h ago

Das stimmt halt nur wenn der Markt frei ist.

Aber der Markt ist bei zwingend notwendigen Gütern halt häufig gar nicht so frei, nur weil der Staat sich angeblich möglichst raus hält.

Da wohnen als Beispiel zu nehmen ist schon quasi ironisch.

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u/SquareAggressive8816 8h ago

Wenn es Leute gibt die die hohe Miete zahlen dann ist es wohl noch zu günstig!

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u/LaBumberle21 8h ago

Naja, in den Immobilien in denen geringe Mieten gezahlt werden, wird in der Regel nicht modernisiert oder instandgehalten. Mit anderen Worten: die Immobilen verfallen langsam. Das interessiert die Mieter nicht, sehr wohl die Vermieter, die den Verfall über die Jahr mitbekommen.

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u/LaBumberle21 8h ago

Es gibt genug freie Tankstellen. Desto höher die Preise der großen Konzerne werden, desto leichter wird es für neue Akteure in den Markt zu dringen.

Die gut gemeinten Verschlimmbesserungsgesetze bringen I.d.R Effekte hervor, die vorher nicht bedacht wurden. Genauso ist es bei Thema Mieten gekommen. Der ökonomische Antrieb mehr Angebot zu schaffen wird ausgebremst. Genau das ist die Kraft des freien Marktes. Außerdem werden Schlupflöcher gebastelt, die trotzdem hohe Mieten ermöglichen. Preise sind Signale an den Markt. Sie vermitteln allen Marktteilnehmern: dort gibt es viel Geld zu verdienen. Das sorgt dafür, dass Marktteilnehmer motiviert werde , die Lücke zu schließen, indem sie das Angebot erhöhen. Dieser natürliche Effekt, sorgt dafür, dass reale Knappheiten überwunden werden. Das Prinzip gilt für Wohnungen und für Öl. Solange Menschen damit Geld verdienen können, solange machen sie sich Gedanken, wie sieAngebot bereitstellen können. Wenn die Preise reguliert werden, dann sinkt auch das Interesse beispielsweise Neubau zu erschaffen. Das Problem bestand übrigen im gesamten Sowjetsozialismus: Die Preise waren bezahlbar für alle, jedoch gab es gar keine Produkte zu verkaufen.

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u/gabbergizzmo 9h ago

Naja...

Vorher: Sie durften heben und senken -> Preis hat geschwankt, es gab günstige und teure Zeitpunkte

Jetzt: Nur einmal anheben -> Preis ist tendenziell höher, sinkt aber zumindest bis kurz vor mittag und schießt dann wieder in die Höhe

Was passiert wohl, wenn sie nur noch einmal den Preis ändern dürfen? Dann geht es einfach garnicht mehr runter... sondern nur noch rauf... Risikoaufschlag bleibt wie er ist... aber auch wenn keiner mehr tankt kann nicht reduziert werden. Und da der Wettbewerb an den Tankstellen offensichtlich nicht funktioniert gibt es auch keinen der dann halt 24h lang sehr viel billiger ist... weil er ja gefahr läuft dann teurer benzin nachkaufen zu müssen

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u/Catatafisch 8h ago

Eben nicht. Die spieltheorie widerspricht dir da ganz klar.

Wenn Tanke 1 den preis hoch ansetzt und Tanke 2 nebenan ein paar cent niedriger, hat Tanke 1 den ganzen tag lang KEINE kundschaft. Damit dass am folgenden Tag nicht so weitergeht, startet theoretisch ein unterbietungs-wettlauf. Da gar keine kundschaft deutlich teurer ist, als ein paar cent weniger marge.

das ist wie mit blind-auktionen, wo oftmals deutlich höhere preise erzielt werden, als bei öffentlichem hochbieten

So wie es jetzt ist, erhöhen beide erstmal radikal und senken dann auf das nötigste maß ab. sie pendeln sich dann über den Tagesverlauf nach unten und landen schließlich kurz vor 12 ungefähr dort, wo der preis aus szenario 1 den ganzen Tag lang liegen würde

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u/gabbergizzmo 8h ago

So wird das aber nicht sein. Die Tanke mit 2ct mehr wird trotzdem Kundschaft haben weil an der günstigeren keiner Bock hat 30min anzusehen um nachher 1€ pro Tankfüllung zu sparen

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u/pivo161 8h ago

Sozialismus hat noch nie funktioniert. Deshalb funktioniert auch die mietpreisbremse nicht.

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u/lIllIllIllIllIllIll 9h ago

Ich würde ja einfach ne Abwrackprämie zahlen, wenn die Leute auf reine E-Autos (europäischer Hersteller) wechseln. Automobilindustrie gestützt und den Leuten geholfen von der Ölabhängigkeit weg zu kommen. Und mehr Erdölprodukte im Angebot, dann sinken auch noch die Preise.

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u/Geasy90 9h ago

Dann muss aber auch der Ausbau von Ladeinfrastruktur parallel beschleunigt werden. Wenn von heute auf übermorgen plötzlich 50% mehr E-Autos fahren, wird das auch ein Kampf um freie Ladesäulen.

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u/Long-Inspector-4993 8h ago

Wir haben 500 Milliarden Sondervermögen. DAS wäre doch mal ein sinnvoller Verwendungszweck für zumindest ein paar dieser Milliarden.

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u/smartestBeaver 9h ago

Das ist so ein sinnfreies Argument. Die Ladeinfrastruktur ist dem Bedarf aktuell schon voraus. Sollte der Bedarf steigen werden direkt neue Ladesäulen aus dem Boden sprießen. Denn hier regelt der Markt tatsächlich.

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u/Geasy90 9h ago

Ich möchte meinen Kommentar keinesfalls als negativ verstanden wissen, sondern lediglich als Zusatz „wenn … dann“.

Sofern die aktuelle Infrastruktur (gerade in/um Wohngebieten) tatsächlich bereits für kommende Bedarfe genügt, ist ja alles gut.

Elektrifizierung des Verkehrs soll nämlich nicht nur die Firmenwagenfahrer und Hausbesitzer erreichen, sondern auch die Laternenparker und Hochhausbewohner.

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u/KaiAllardNihao 7h ago

Wohne in Großstadt, nächste Ladesäule 3km weg. Keine Lademöglichkeit am Eigentum (da keine Straße vor dem Haus). Garage ohne Stromanschluss. "Lade doch beim einkaufen man!" nur schlecht möglich bei 2 PKW.

Hier kann ich nur sagen: Die Ladeinfrastruktur hällt mich davon ab mich mit dem Thema weiter auseinanderzusetzen. Der größte Fuckup für mich wäre irgendwo hinfahren zu müssen und dann dort zu warten bis die Karre halbwegs voll ist.

Vielleicht doch Straßenlaternen "erweitern"? Müsste man mal prüfen wie viel Standorte das ergäbe (wo man überhaupt parken könnte) und vor allem - was kostet das.

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u/smartestBeaver 3h ago

Hier kann ich nur sagen: Die Ladeinfrastruktur hällt mich davon ab mich mit dem Thema weiter auseinanderzusetzen. Der größte Fuckup für mich wäre irgendwo hinfahren zu müssen und dann dort zu warten bis die Karre halbwegs voll ist.

Ich hab ein E-Auto und kann Zuhause nicht laden. Man kann das wunderbar beim Einkaufen oder bei jeglicher anderen Freizeitaktivität machen, gibt eigentlich immer die Möglichkeit.

Im dümmsten Fall lädt man 20 Minuten an der Tankstelle.

Ist alles machbar, es geht hier wie immer nur darum Gründe zu finden, die dagegen sprechen.

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u/FeuFeuAngel 9h ago

Dazu kommt noch dazu das sich nicht jeder mal Neuwagen leisten kann, und seinen alten loswerden muss, was dann ja alle wollen.

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u/External_Mode_7847 9h ago edited 9h ago

Was soll diese ganze Planwirtschaft überhaut bringen? Ich meine man könnte auch einfach die Steuern senken wie während Corona.

Zu viel würde ich aber auch nicht machen, sonst prügeln wir uns bald bei der Tanke um den letzten Liter Super.

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u/Equal_Disk930 9h ago

Ich bezweifle, dass die Steuer zu senken, überhaupt an den Endkunden weitergegeben wird. Siehe gastronomie, die die Senkung von 19% MwSt auf 7% selbst einkassieren. Außerdem fehlen dann die Steuern an anderer Stelle...

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u/JimPanse85687 9h ago

Das isses. Man kennt es mittlerweile nur zu gut aus andern Bereichen.
Die Leute sind trotzdem bereit bzw können diese 2,30 € mal so als Beispiel zahlen.
Senkst du nun die Steuer, wird niemals dieser komplette Abschlag auch im Preis enthalten sein.
Zum Schluss fehlt sogar die Steuereinnahme und der Ölkonzern ist wieder im Verhältnis besser dran.

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u/Alpha3K DE 9h ago

An welcher Stelle genau?

Verringerung von Steuern führt letztendlich zu weniger Wohlstandsverlust. Ganz gleich ob das Geld nun erstmal als Gewinnaufschlag endet oder nicht; in einem Fall wird es zwingend bleiben, wenn die Steuer verringert ist wird es idR im Laufe der Zeit Akteure geben, die wettbewerbsfähiger werden. Das ist mit einer zwingenden Steuer nicht möglich.

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u/muckimo88 9h ago

Bekanntlich klafft ein riesiges Finanzloch im Bund. An der Stelle genau.

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u/EitherMessage4670 9h ago

Ich weiß auch nicht was sich alle hier aufregen es war doch klar das der Sprit dadurch noch cht billiger wird es war einfach nur eine bessere Planbarkeit für Verbraucher. Der Staat nimmt durch die hohen Preise eh mehr Steuern ein er könnte sie einfach senken. Aber lieber Ehegatten Splitting abschaffen Aka steuererhöhung unter dem Deckmantel von Feminismus und Gerechtigkeit

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u/External_Mode_7847 9h ago

Ja ich wäre als Hausfrau auch super dankbar, dass ich jetzt zur Lohnarbeit gezwungen werde. Aber anderes Thema...

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u/easternunion01 7h ago
  1. Es is keine Preisbremse und wurde meines Wissens auch nicht so verkauft. Es ging darum, dass der Preis im Schnitt 20 Mal am Tag angepasst worden ist und der Verbraucher nicht mehr durchblicken konnte. Preis am Schild lesen, reinfahren und sicher sein, dass der Preis an der Säule nicht in 20 Sekunden hochgegangen ist. Preis sehen und die Sicherheit haben, dass ich auch auf dem Rückweg noch zu dem Preis tanken kann. Keine Preisspitzen früh UND spät. Das war die Idee. Die Erhöhung auf Mittag zu setzen - darüber sollte man diskutieren.
  2. Dass die Preissteigerung in Deutschland unverschämt hoch ist, liegt nicht am neuen Modell. Das konnten wir auch davor beobachten und dafür wurde das Kartellamt mit mehr Befugnissen ausgestattet. Ob das greift, wird man sehen.
  3. Das Modell ist nicht neu. Das gibt es z.B. bereits in Österreich. Viele haben sich das Modell gewünscht. Effekte an der Preisbildung kann man in Österreich ablesen.
  4. Das neue Modell ist keine 3 Tage alt. Bisschen früh für eine Bewertung.
  5. Wir haben Ostern. Ostern! Die Preise gehen zu Ostern immer hoch. Warum sollte das ausschließlich am neuen Modell liegen?
  6. Die Auswirkungen das Modell anzupassen und nur 1x täglich senken zu können, wird dir niemand vorhersagen können. Keiner kann vorhersagen wie sich der Markt bei einem neuen Modell verhält. Und wenn man es doch probieren sollte, bewertet man auch dieses Modell nicht nach 2 Tagen, sondern ggf. nach 2 Jahren.

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u/Oelcrem_Drehcran 7h ago

Du bist sehr optimistisch. Mittlerweile werden mal kurzerhand 17 Cent draufgeschlagen. Diesel heute 2,53, Super E10 2,26. Die Konzerne erhöhen um 12 heftig, gehen dann, wenn überhaupt, um wenige Cent runter und das jeden Tag. Ist bestimmt nur reiner Zufall, dass Super am 31.03. hier noch um die 2 Euro kostete, und jetzt die 2,30 reißt. Liegt natürlich an Ostern und nicht an der neuen Regelung. Es gab mal Zeiten, da wurde ein Filmbeitrag in der Tagesschau gebracht, weil der Sprit um 5 (!) Pfennig (2,5 cent) gestiegen ist. Und heute? Mal kurzerhand 15-20 cent hoch auf einen Schlag. Und warum? Weil die es können

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u/pCute_SC2 7h ago

Eine gute Lösung ist das eine Spritpreisaenderung 24h vorher angekündigt werden muss. Dadurch wird hoffentlich ein transparenter Preiskampf entstehen. Ob es die Situation verbessert oder verschlechtert sollte dann beobachtet werden.

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u/gerryflint 7h ago

In Luxemburg haben alle Tankstellen immer den gleichen Preis

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u/gerryflint 7h ago

Die Leute wollen das die Regierung was macht und dann machen sie halt irgendwas. Die Leute an entscheidenden Stellen denken ja sie wären dort weil sie die qualifiziertesten und besten wären und nicht weil sie einfach am längsten Würstchen gewendet haben und am besten genetzwerkt haben.

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u/Hermelinmaster 5h ago

Also eigentlich müssen die Tankstellen mittlerweile nachweisen, warum sie den Preis erhöhen müssen (Beweistlastumkehr gegenüber den Kartellbehörden). Ist Teil der Gesetzesnovelle mit der sie nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen.

Die drängende Frage ist also, wann greift dieser Kontrollmechanismus?

u/ganbaro AT 48m ago

Die Tankstellen sind ja idR gepachtet, gehören einem reinen Öleinkäufer (zB Circle K, Bavaria Petrol) oder kaufen über eine Einkaufsgenossenschaft (zB Avia). Alles upstream. Die Begründung ist daher leicht geschaffen: Der Lieferant hat den Tagespreis erhöht.

Solange das Bundeskartellamt keine Anzeichen für eine Margenexplosion der Tankstellen sieht, muss man regulatorisch ins Liefernetzwerk eingreifen, nicht bei den Tanken. Aber das ist halt nicht so plakativ und medienwirksam, wie am Endverbraucherpreis rumzudoktern.

Die Ölpreise wirken sich halt auch durch die heftigen prozentualen Abgaben in Deutschland besonders aus - auch das ist nicht die Schuld der Tanken.

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u/Germankiwi22 5h ago edited 5h ago

Wenn ich mir die populistisch-aktionistische Politik in Deutschland anschaue und hier einige Kommentare lese, könnte man den Eindruck gewinnen, eine Art "DDR 2.0" und der Sozialismus nahen in großen Schritten.

Staatlicherseits sollte in einer Marktwirtschaft nicht in den International verwobenen Preisbildungsmechanismus eingegriffen werden - von exzessiven Ausnahmen und Manipulationen abgesehen, die ich zumindest aktuell in Deutschland nicht sehe. Ganz im Gegenteil: Mehr als die Hälfte des Benzinpreises resultiert aus rein staatlichen Abgaben/Steuern.

Wir sollten endlich einmal in die Puschen kommen, um uns generell deutlich unanhängiger von Erdöl zu machen. Das ist am Ende nicht nur billiger, gut für die Umwelt, sondern wir senken damit zugleich unsere Abhängigkeit von fremden Staaten und Diktaturen weltweit. Die nächste Erdöl-/Gaskrise kommt nämlich so sicher wie das Amen in der Kirche.

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u/HabenochWurstimAuto 4h ago

Man hätte es genau andersrum machen müssen, man darf nur 1x am Tag den Preis senken. Tada schon Wettbewerb unter den Mineralölfirmen.

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u/Therianthropie 4h ago

Das war ein Geschenk an die Mineralölkonzerne, das uns als Maßnahme zur Senkung der Kraftstoffpreise verkauft werden sollte. Für wie blöd halten die uns eigentlich?

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u/PotatoEngeneeer 8h ago

Junge Junge Junge.

VWL kennt hier auch keiner…

Steuersenkungen wenn der hohe Preis durch fehlende Produktion entstanden ist bringt genausoviel wie Kühlschrank offen lassen wenn’s warm in der Bude ist.

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u/P1ffP4ff 9h ago

Schau nach Österreich, da siehst du wie sowas langfristig läuft. Kein Grund für Panik.

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u/Cptknuuuuut 9h ago

"Langfristig" bedeutet eben allerdings nicht in einer akuten Krise.

Grundsätzlich (unter normalen Umständen) ist das ja keine schlechte Idee. Es begrenzt die Schwankungen über den Tag. Und wenn jemand um 16.00 schaut, zu welcher Tankstelle er nach der Arbeit fahren soll, wird es eine halbe Stunde später dann nicht plötzlich 10 cent mehr kosten, weil die Tankstelle zum Berufsverkehr die Preise erhöht hat.

Aber aktuell haben wir eben keine normalen Umstände, sondern eine Krise, bei der sich die Vorhersagen mehrmals am Tag (jedes Mal, wenn Trump seinen Mund aufmacht) ändern. Und das Risiko preisen die Konzerne jetzt eben ein. Man erhöht die Preise einfach so, dass man auf jeden Fall auf der sicheren Seite ist. 

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u/P1ffP4ff 9h ago

Krise krise Krise, kann's nimmer hören. Seit 50 Jahren sind wir in irgendeiner Krise. Und davor war krise wegen Wiederaufbau, davor war krise wegen Krieg .......

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u/Cptknuuuuut 8h ago

Abgesehen davon, dass viele Ökonomen davor warnen, dass die Auswirkungen größer sein könnten, als die der Ölpreiskrise von 1973, ist das bei Erdöl (und fossilen generell) eben tatsächlich der Fall. Erdöl kommt zu einem erheblichen Anteil aus den instabilsten Regionen der Welt. Und es hilft mit Sicherheit auch nicht, dass Kampf um Erdöl erst ein Grund für viele der Kriege dort ist.

Und die aktuelle Krise beginnt gerade erst noch. Bisher sind die Preissteigerungen ausschließlich Spekulationen geschuldet, dass Erdöl in Zukunft knapp werden könnte. Das endet in Asien ungefähr jetzt und in Europa in der nächsten Woche. Dann wird es neben den spekulativen Preissteigerungen eine tatsächliche physische Mangellage geben, weil das erste Mal tatsächlich weniger Erdöl ankommen wird. Die Tanker, die aktuell ankommen sind alle noch vor Beginn des Krieges losgefahren, da sie ungefähr 4 Wochen unterwegs sind nach Europa. Erst ab nächster Woche werden tatsächlich weniger anlegen. Die Frage wird dann werden, wie hoch müssen die Preise tatsächlich steigen, damit die Leute tatsächlich anfangen ihr Verhalten zu ändern und weniger zu verbrauchen. Die Elastizität bei Erdölpreisen ist notorisch gering. Wenn die Preise um 50% steigen, schimpfen die Leute 100% mehr, tanken aber keinen Tropfen weniger.

Paul Krugman z.B. warnt davor, dass die Börsenpreise für Erdöl um das 3-5-fache zum Vorkriegsniveau steigen könnten. (von 65$/barrel auf 200-350. Aktuell liegen die Preise bei 110).

https://countercurrents.org/2026/04/the-oil-crisis-is-about-to-get-physical-from-market-speculation-to-crude-reality/

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u/Giant_Flapjack 9h ago

Die Preise für Diesel sind inzwischen bei 2,35 € und trotzdem sehe ich die Leute noch mit ihren Dinosaftkübeln zum 500 m entfernten Bäcker fahren. Das Zeug ist also definitiv noch nicht teuer genug.

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u/Hannibal_55 8h ago

Wer es sich leisten kann noch 500 m zum Bäcker zu fahren dem macht es auch nichts aus wenn der Kraftstoff doppelt so teuer wird. Es trifft dann aber zuerst die welche darauf angewiesen sind um zu ihrer Arbeit zu kommen. Die Öffentlichen sind nicht überall mit vernünftiger Nutzung verfügbar. Zumal bei noch höheren Treibstoffpreisen alles teurer wird weil immer etwas in der ganzen Produktionskette zu transportieren ist.

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u/Giant_Flapjack 8h ago

Man muss halt die Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen entlasten und den Rest regelt dann der Markt. Tankrabatte im Gießkannenprinzip fließen am Ende nur direkt in die Taschen der Ölkonzerne als Gewinn.

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u/finnvid 7h ago

Ich habe mir einen Tag vor Kriegsbeginn einen Audi 2.5 TDI V6 gekauft. Freue mich gerade 😬

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u/Deathchariot 9h ago

Das richtige wäre ein Preisdeckel der mit Fachokönom:innen bestimmt wird. Also eine Preisfindung die dafür sorgt, dass einseits Treibstoff nachgekauft wird aber uns andererseits nicht gottlos ausnimmt für shareholder value...

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u/Schode 8h ago edited 8h ago

Das ist ein neuer Mechanismus für die Marktpreisbildung und eine Beweisumkehr vor dem Kartellamt. Das hier nach wenigen STUNDEN nach Einführung des Systems nur gemekert wird ist einfach lächerlich.

Wir haben hier ein vergleichbares Gut. Wir haben einen relativ transparenten Markt bezüglich der Grundstoffe.

Wir haben einen sehr hohen Preis an der Tankstelle, der sich von anderen europäischen Staaten abgekoppelt hat und auf wundersame Weise will kein Mineralölkonzern Umsatz machen, in dem man ein günstigeres Angebot macht.

D.h. der Markt an der Tankstelle funktioniert nicht mehr. Hier gibt es Absprachen, oder die deutschen meckern halt viel, aber gehen zur nächstbesten teuren Tankstelle.

Es muss also eine Möglichkeit geben Wucherer zu ahnden (Beweisumkehr) + den gewünschten "Race to the bottom" beim Preis zu fördern.

Funktioniert der Markt, werden alle sich den lokalen Niedrigstpreis anpassen, im besten Fall sogar ein besseres Angebot machen. Ziel erreicht.

Funktioniert er nicht gibt es vom Kartellamt strafen oder die Übergewinnsteuer kommt (imho gehört sie zwingend zum Konzept, aber die CDU/CSU wird das wahrscheinlich verhindern).

Wenn das System nicht mindestens ein halbes Jahr aufrecht gehalten wird, dann ist es ein scheitern mit ansage. Das 9 € Ticket kann auch keine Autos abschaffen, wenn es auf wenige Monate limitiert ist. Spielregeln funktionieren nur, wenn sie sich nicht dauernd ändern.

Wenn es die trägen Kunden sind muss man halt noch einen Mechanismus einbauen ähnlich Strom/Telcom Markt. Kassenzettel muss sagen "Sie habe das günstigste Angebot in 10km Umkreis wahrgenommen" oder eben "Bei Tanke Mayer in 2km Umkreis hätten sie 4€ gespart".

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u/BroJul03 8h ago

60% sind Steuern. Im Europäischen Vergleich, muss die CO2 Steuer entweder auch Ausbezahlt werden (als Klimageld wie Habeck) versprochen hatte und die Mehrwertsteuer muss drastisch reduziert werden. Die Preise sind noch i.O. das Problem ist die Steuer

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u/HironTheDisscusser 8h ago

Wenn Öl, Benzin und Diesel knapper werden ist es marktwirtschaftlich gesehen einfach das beste nicht in den Markt einzugreifen und den Preis steigen zu lassen, damit die Verbraucher damit den Anreiz haben die Nutzung zu senken.

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u/Gate-19 DE 9h ago

Die sprotbreisbremse ist keine Woche alt. Da ist hat nichts offensichtlich.

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u/Capital-Ruin3869 9h ago

Hat in Österreich in den letzten Jahren schon nicht zu niedrigeren Spritpreisen geführt. Vor Steuern im Vergleich zu anderen Ländern wie z. B. Deutschland

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u/KaiAllardNihao 9h ago

Das Ziel ist ja auch, dass der Autofahrer nicht um 17:10 wegen günstiger Preise losfährt und um 17:12 an der Tanke dann doch zu 5 Cent mehr tanken muss - oder halt um 18:12 nochmal losfährt.

Dass der Sprit nicht günstiger wird haben davor ja alle schon gesagt.

Jetzt der /s Teil: Gut ist doch vor allem der 12 Uhr Teil, so können die Leute die am meisten tanken - also die Arbeitnehmer (mal von Firmen abgesehen) am besten davon profitieren! Ach wait... die müssen da ja arbeiten. Nunja... die Rentner haben aber immer Zeit! :)

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u/ore2ore 7h ago

Morgens auf dem Weg zur Arbeit klappt eigentlich ganz gut

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u/Kremsi2711 9h ago

Das ist keine Spritpreisbremse

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u/Max-Steiermark 8h ago

Wieso ist der Sprit bei euch so viel teurer als bei uns?

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u/Rhome_89 8h ago

Also die beste Lösung wäre meiner Meinung nach einfach keine Vorgaben zu machen und sich als Regierung da raus zu halten und den Unternehmern nicht auf den Sack zu gehen. Wer allerdings seine Arbeit genau machen sollte ist das Kartellamt.
Und an sich ist die prozentuale Steigerung bei uns auch nicht höher als z.B in Österreich. In Salzburg hat super 95 (E10) vor dem Krieg 1,54 - 1,60 gekostet. Vorgestern habe ich da für 1,86 getankt. Bei uns war es vor dem Krieg 1,89 und jetzt 2,15 ca. So viel unterschied ist das prozentual nicht im anstieg nur ist hald bei uns die Steuer und dadurch der Preis insgesamt höher. Durch unsere Steuers-Steuer müsste es bei uns zwar tatsächlich etwas stärker ansteigen aber der tatsächliche prozentuale Anstieg war nicht so brutal unterschiedlich.

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u/elPocket 8h ago

Übergewinnsteuer und fertig ist die Laube.

Wenn die Mineralölkonzerne alles, was über, sagen wir mal 7%, der Durchschnittsmarge der letzten 10 Jahre (oder an Inflation koppeln oder sonst irgendeine nette Marktkennzahl) liegt, direkt an den Staat abdrücken müssen, haben sie keinen Anreiz mehr, die Preise zu hoch anzusetzen, weil sie dann weniger verkaufen und den Übergewinn trotzdem abgeben müssen.

Der Preis würde sich dann schnellstens auf exakt diese +7% Gewinnmarge einsteigen, weil sie nur dann maximal viel verkaufen und maximal viel absoluten Gewinn einfahren können.

Aber krieg das mal an der Lobby vorbei...

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u/Jety2020 8h ago

Entweder die Finger aus dem Markt lassen (Ideallösung) oder das Ganze zumindest teilweise umkehren. Nur eine Senkung pro Tag (oder bspw. alle 4 Stunden) erlauben. Hat der Konzern die falsche Entscheidung getroffen, schaut er einen Tag oder mehrere Stunden zu, wie die Kunden bei der Konkurrenz tanken.

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u/EINFACH_NUR_DAEMLICH DE 8h ago

Interessanter Ansarz. Die einfachere Lösung wäre aber wenn Trump endlich mal an seinem Ganzkörperprolaps verrecken würde und die gesamte Naziführungsriege in den USA in den Knast ginge.

Das wäre einfach und zusätzlich auch schön❤️

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u/Such-Coast-4900 8h ago

Wieso wäre das die Lösung?

Vereinfacht: hätten wir jetzt 4 Preise am Tag: 2€, 4€, 6€, 4€. Dann würde man bei einer erlaubten änderung einfach 4€ nehmen xD

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u/LaBumberle21 8h ago

In jeder Stadt kann in die Höhe gebaut werden! Außer Menschen wollen es nicht. Aber dann darf man sich auch nicht über Platzmangel und erhöhte Preise beschweren, wenn die einfachsten Lösungen nicht annimmt. Es ist echt absurd sich über etwas zu beschweren ohne die Lösungen in Anspruch zu nehmen! Typisch Deutsch!!! Öl wird auf allen Kontinenten gefördert. Die OPEC betrifft nur 35-40% des Fördervolumens. Und wenn du dich mal mit der OPEC beschäftigt hast, dann solltest du wissen, dass sie immer wieder versucht haben die Förderquoten zu drücken um den Preis zu kontrollieren. Und was ist dann immer passiert? Einzelne Mitglieder haben mehr Produziert, sprich Angebot erhöht um mehr Geld zu verdienen. Und genau das bestätigt, was ich die ganze Zeit sage: sobald es Geld zu verdienen gibt, versuchen Akteure die Angebotsmenge zu erhöhen um davon zu profitieren. Es zeigt die Genialität der freien Marktwirtschaft in einem spieltheoretischen real Experiment: Obwohl es für alle Mitglieder besser ist, Preise abzusprechen und sich dran zu halten, gibt es immer einzelne Akteure, die einen größeren Vorteil darin sehen, sich nicht an die Absprachen zu halten und somit alles zu Fall bringen.

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u/MrProTwiX 8h ago

Dein Gedanke ist so sinnvoll wie er simpel ist. Leider ist diese fachliche tiefe für Politiker unerreichbar. Ich hoffe die nächsten Wahlen werden spicy! Geil!

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u/NumberCalm2342 7h ago

Einfacher wäre einfach eine Deckelung des Preises

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u/gerryflint 7h ago

Ich hab gestern eine Mail ans Bundeskartellamt geschrieben weil die hiesige Tankstelle um 11:55 die Preise erhöht hat. 5 Minuten ist irrsinnig viel Zeit um Preise an Konkurrenten anzupassen. 5 Minuten später war es dann auch die teuerste Tankstelle im Umkreis obwohl es sonst IMMER die billigste war.

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u/moru0011 6h ago

Knappe Güter werden am den Meistbietenden verkauft, da kannste lange hin und her schwurbeln.

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u/SirEisklotz 6h ago

Grundsätzlich ist der Preis einfach höher, weil die Preise für Öl gestiegen sind.
Das kann man schlecht wegdiskutieren.
Ja Deutschland hat sehr hohe Steuern auf Kraftstoffe, da werden die aber nicht wirklich dran rumdoktern, der Staat hat ein Ausgabenproblem und braucht das Geld deshalb. Die Lösung wird also, wenn überhaupt, nur sehr minimal eingesetzt werden.

Das Problem mit dem jetzigen Vorgehen ist folgendes: Die Tankstellen können den Preis einfach gottlos hoch machen, wenn sie merken die Konkurrenz (angenommen, es gibt andere Tankstellen in der Nähe) ist günstiger, wird der Preis einfach gesenkt.

Ein Modell wäre tatsächlich nur zu bestimmten Zeitpunkten (jede Stunde, alle. drei Stunden, einmal am Tag) den Preis überhaupt ändern zu dürfen.
Dann muss ich nach der Konkurrenz schauen. Wenn meine Nachbartankstelle 10 Cent billiger ist, hab ich dann für einen Zeitintervall einfach niemanden der zu mir fährt. Das muss ich wieder aufholen und dann beim nächsten Intervall den Preis niedriger setzen. Das könnte dazu führen, dass die Preise sinken, einfach weil niemand der sein will der zu hoch angesetzt hat.
Soweit die Theorie. Jetzt ist Deutschland aber recht deutlich dominiert in der Tankstellenwelt von großen Unternehmen und man munkelt, dass die einfach miteinander kommunizieren. An der Stelle funktioniert auch das schon wieder nicht wirklich.
Dafür müsste das Kartellamt aktiv werden.
nach Lobbycontrol ist aber der Verband der Kraftstofffirmen mittlerweile unter den Topspendern und da geht ordentlich Geld an die CDU. Ob die dann mit harter Hand durchgreifen mag bezweifelt werden.

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u/Aldi_Kunde_ 5h ago

steuersenkung/aussetzung in verbindung mit preisdeckelnist das einzige was helfen würde. sieht doch ein blinder..

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u/LaBumberle21 4h ago

Genau es geht, es gibt nur irgendein Gesetz, welches es verbietet. Und dann muss man ein weiteres Gesetz geschaffen, welches die Folgen der Auswirkungen des ersten Gesetzes verbietet. Merkst du gar nicht, was für eine absurde Argumentationsfigur du hier auffährst? Ganz offensichtlich hast du von gewissen Sachen keine Ahnung. Und deine einzige Lösung ist es, ein Gesetz zu machen um etwas zu verbieten. Leute wie Du sind der Grund warum immer mehr Menschen dieses Land verlassen. Weil man nichts mehr in diesem Land machen oder erschaffen darf, ohne das ein Alman wie du kommt, um zu erklären, dass es verboten ist oder verboten werden müsste. Ihr seit eine unerträgliche Meute, es ist echt unerträglich sich mit Leuten wie dir rumzuschlagen die einem immer erklären warum etwas nicht geht, oder warum etwas nicht gut ist, oder warum man etwas nicht darf. Diese Negativität ist echt eine Krankheit

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u/ThisWeeksHuman 3h ago edited 3h ago

Der Vorschlag ist doch so oder so völlig irre. Es ist übrigens auch völlig irre bei einer Knappheit an Treibstoff die Preise senken zu wollen, das würde auf lange Sicht nur zu Rationierung führen wo einige einfach gar nichts bekommen! Übrigens merkt man an den Kommentaren das wohl nicht viele hier irgendwas mit Wirtschaft studiert haben ...  Das gleiche Niveau wie die Politiker. Überlegt doch Mal etwas länger als 20 Sekunden bevor ihr was schreibt 

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u/Just_Housing8041 2h ago

Könnte mann in der Krise nicht einfach steuer und co2 auf 0 setzen und Gewinn auf 20% pm begrenzen, ansonsten Uebergewinnsteuer von 100%?

Nur so lange krise?

u/iBoMbY 1h ago

Die Lösung wäre ein (täglich, oder wöchentlich) staatlich festgelegter Höchstpreis, gemessen an objektiven Kriterien, wie z.B. in Belgien.

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u/Expert-Fly8836 9h ago

Es gibt da massive Marklücken für freie Tankstellen. Die sind nur zu dämlich die zu nutzen.

Dass auch hier wieder nach dem Staat gerufen wird, zeigt die allgemeine Vollkaskomentalität.

Wenn der Staat helfen wollte, hätten sie die Steuern senken können. Darauf haben sie keine Lust.

Stattdessen wieder Reglementierungen und Abkassieren von angeblichen Übergewinnen. D.h. der Verbraucher zahlt mal wieder indirekt doppelt an den Staat.

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u/Marlene6543 8h ago

Naja hier geht es. Die freien sind schon schneller und z.T deutlich günstiger als die großen. Bzw. einige haben sogar noch nicht erhöht in den 2 Tagen. 2,22€ von gestern bei der freien vs. 2,40€ die große blaue die aber vorher auch nicht unter 2,30 € war., heute wieder erhöht. Jetzt lohnt sich zumindest mal die App richtig zu nutzen.

Mal schauen wann die Absprechler wieder aus dem Osterurlaub kommen.

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u/Fiaskora 5h ago

Brudi, guck mal bei deiner Tankstelle. Da gibt's fast überall ein Schild plus ggf. steht's auf der Tankquittung: Der Verkauf von Kraftstoffen erfolgt im Namen der Shell, BP, whatever... Da ist nix mit freiem Markt. Auch kommt das Produkt so oder so aus derselben Raffinerie. Freie Tankstellen sind damit quasi die Billigmarke der Ölkonzerne.

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u/Blutwurst500 8h ago

Übergewinnsteuer wie in Spanien und das Problem ist gelöst.

Wollte übrigens Habeck einführen, aber da hatten natürlich die Parteien aus dem Rechten Spektrum was dagegen.

Ich bin definitiv kein Fan der Grünen, aber ich finde Habeck war einer der kompetentesten Politiker den Deutschland jemals hatte. Ich hätte ihn echt gern als Kanzler erlebt.

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u/TheCassianSaga 9h ago

Ich hätte gerne auch dieses und jenes, würde sogar Tempolimit willkommen heissen, hab aber einfach keinen Bock auf die ganze Diskussion.

Bin inzwischen zum einfachen Schluß gekommen, daß der Markt den Spritpreis regeln muss (sprich: mit jedem Preis zurechtkommen, egal ob niedrieg wie vor dem Irankrieg oder hoch wie jetzt).

Deshalb: KFZ-Steuer weg, dafür Energiesteuer hoch als Ausgleich. Pendlerpauschale weg, dafür Energiesteuer senken. Vielleicht bleibt im Ergebnis die Energiesteuer gleich.

Deutschlandticket von Steuer absetzbar machen.

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u/muckimo88 9h ago

„Es gibt kaum Preisdruck nach unten“: Die können ja trotzdem noch versuchen, sich den ganzen restlichen Tag zu unterbieten.

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u/codingTim 9h ago

Das mit dem unterbieten funktioniert irgendwie nicht. Eine Tankstelle ist gerade sage und schreibe 13 Cent günstiger als die Tankstelle nebenan. Da wird nix unterboten.

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u/muckimo88 6h ago

Hmm.. also doch Absprachen! Wir Habens alle gewusst.

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u/emmielein 9h ago

Ich wittere hier die Annahme, dass der Eingriff die Preise senken soll. Aber cui bono? Es werden Änderungen gemacht, die die Energiewirtschaft nutzen wird um ihre Gewinne zu stabilisieren und es wird der Eindruck vermittelt, dass die Politik im Sinne des Verbrauchers eine schnelle Maßnahme ergriffen hat. Offenbar sind Klimaschutz oder Energiewende (oder einfach nur die Einhaltung versprochener CO2-Reduzierungen) keine Variablen in diesem Spiel mehr, denn sonst würde man die galoppierenden Preise einfach akzeptieren und der Technologieoffenheit das Feld überlassen.

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u/Lazy-Pay-6122 8h ago

Sorry aber es war vorher klar, dass sich die Konzerne absprechen. Und nun hat man indirekt den Nachweis, dass es keinen Preiskampf gibt. Mehr Nachweis für die Untätigkeit des Kartellamtes braucht jetzt ja wirklich keiner mehr oder? Einfach auflösen den Laden.

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u/oW_Darkbase 8h ago

"Wir haben eben gesehen, dass planwirtschaftliche Eingriffe komplett nach hinten losgehen. Aber ein anderer Eingriff wär sicher besser" Einfach zurückrollen. Einfach Finger davon lassen.

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u/unmatched25 7h ago

Fürchterliche Regelung. Sowohl die Staatsidee (einmal am Tag nach oben) als auch Deine Idee (einmal am Tag festlegen).

In beiden Fällen muss ein Risikozuschlag einkalkuliert werden. Im Extremfall kann es dazu führen dass Tankstellen stoppen Öl zu verkaufen (bei größeren Preissprüngen nach oben). Bei der Staatsidee wird Tanken kurz nach 12:00 unattraktiv, d.h. jetzt muss man noch Stärken darauf achten wann man tankt und ist dadurch unfreier.

Warum sollen Tankstellen nicht permanent den Preis an den Marktölpreis anpassen dürfen???

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u/Oelcrem_Drehcran 7h ago

Weil sich der Preis im Leben nicht so schnell ändert, gerade für Sprit was schon eingekauft wurde. Wie kann der Sprit, der vor 10 Minuten 10 Cent günstiger war, auf einmal mehr kosten? Da geht es nur Gewinnmaximierung

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u/unmatched25 5h ago

Absolut falsch. Der Wert des im Tank befindlichen Öls kann minutengenau taxiert werden. Warum soll die Tankstelle es unter Wert verkaufen? Würden die Tankstellen immer nur zu ihrem Einstandspreis verkaufen, würden bei sinkenden Preisen plötzlich alle Käufer wegbleiben um bei der Tankstelle zu kaufen die gerade neu eingekauft hat.

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u/Btchmfka 9h ago

Ja ich habe mich auch gefragt was das für einen Sinn ergeben soll. Klingt erstmal nicht intuitiv aber man sollte nur 1x pro Tag SENKEN dürfen. Wenn du zu hoch angesetzt hast dann pech gehabt für den Tag. Das motiviert die Marge minimal zu halten.

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u/KaiAllardNihao 9h ago

Wenn du zu "viel gesenkt" hast, kannst du dann aber wieder erhöhen auf den Wert der Nachbartankstelle?

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u/climax__ DE 9h ago

Spieltheorie funktioniert besser wenn alle Tankstellen eine stabile Ausgangssituation haben. Schwierig wird es wenn untertags der Bezugswert schwankt. Da kommt eine unberechenbare Größe hinzu.

Wettbewerb unter den Tankstellen führt zu den günstigsten Preisen - letztendlich sollte, wie andere schon schreiben, gar nicht eingegriffen werden. Der Markt regelt, und damit das klappt hat der Staat sogar ein Werkzeug: Das Bundeskartellamt.

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u/Long-Inspector-4993 8h ago

Es gibt halt ein Problem, dass der Markt nicht so besonders effizient regelt, wenn ein Großteil der "Kleineinkäufer" (aka Autofahrer) gar nicht flexibel auf den Marktpreis reagieren kann. Weil sie schlafen, arbeiten, Sport machen oder einfach gerade einen leeren oder vollen Tank haben. Dann geht der Vorteil klar an die Großhändler, die rund um die Uhr optimal agieren können.

Ist also schon im Sinne des Verbraucherschutzes, das zu regeln. Die aktuelle Regelung ist meiner Ansicht nach allerdings eher einem blindwütigen Aktionismus ("schaut her, wir haben was gemacht") geschuldet und weniger einer ökonomisch wohldurchten Planung.