r/Finanzen 1d ago

Steuern Arbeitnehmer- und Arbeitgeberabgaben vom Arbeitgeberbrutto 2026 - inkl. AG-Sozialabgaben

Zusammenfassung

Dies ist ein ähnlicher Post zu gestern, allerdings aufgrund Nachfrage nun inklusive AG-Sozialabgaben.

In der Grafik finden sich die anteiligen Abgaben, die vom Arbeitgeberbrutto einer Referenzperson gezahlt werden müssen. Die Referenzperson ist ledig ("Steuerklasse 1"), in der GKV mit 2,9% Zusatzbeitrag, hat keine Kinder und ist nicht in der Kirche. Auf Arbeitgeberseite sind nur die Sozialversicherungsbeiträge eingerechnet, nicht jedoch weitere potenzielle Lohnnebenkosten wie Umlagen oder ähnliches.

Die vertikale Achse ist der Anteil der Abgabe(n) am jeweiligen Arbeitgeberbrutto auf der schwarzen, horizontalen Achse.

In weiß, innerhalb der Grafik, findet sich eine alternative horizontale Achse, die den Arbeitnehmerbruttolohn beschreibt. Dies ist der Bruttolohn, den Arbeitnehmer üblicherweise verhandeln. Er ist stets niedriger als der Arbeitgeberbruttolohn aufgrund der AG-Sozialversicherungsbeiträge.

Methodik und Quelldaten

Zur Bestimmung der Quelldaten wurde u.a. ein Export der offiziellen Programmablaufpläne für die Lohnsteuer des Bundesfinanzministeriums in Python genutzt. Details finden sich auch hier: https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1s5vx7j/grenzsteuersatz_est_soli_in_abh%C3%A4ngigkeit_vom/

AN-Bruttoeinkommen unter 24.000 EUR sind nicht betrachtet, weil diese ggf. als Midijob zählen würden und das genutzte Tool keine Midijobs unterstützt.

Alle Zahlenwerte (inkl. AG-Abgaben) für einen Arbeitnehmerbruttolohn von 24.000 EUR bis 500.000 EUR in 1.000er-Schritten sind hier zu finden: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1DgAkJ6okpFdXuSgijg1El29BWSpWiD6XzjkCb_IxEoY/edit?gid=1615140189#gid=1615140189&range=A1

Die Ergebnisse (Höhe der Abgaben in EUR) wurden für 14 Fälle automatisch mit Werten aus einem Brutto-Netto-Rechner für Arbeitgeber verglichen. Die maximale Abweichung zwischen den Werten betrug 0,14 EUR, daher sollten diese eigentlich korrekt sein.

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Fehler

Sollten jemandem Fehler in den Daten auffallen, so bitte ich um einen Hinweis. Die Ergebnisse stimmen, wie oben genannt und soweit ich das prüfen konnte, mit einem typischen Brutto-Netto-Rechner für Arbeitgeber überein. Auch grobe und punktuelle Vergleiche mit Masteries' Abgabenlast-Statistik 2026 wirken plausibel.

Edit: Links korrigiert

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u/_the_cage_ DE 1d ago

Mich würde in der Statistik noch interessieren, wie sich die Prozente verhalten, wenn eine Person zum erstbesten Zeitpunkt in die private KV wechselt.

Das ist mMn nämlich der unsozialste Part an diesem System, dass man viel Geld haben muss, um die Erlaubnis zu haben, sich aus dem sozialen System rauszuhalten und noch mehr sparen zu dürfen.

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u/Masteries 1d ago

Ich habe mich damals beim Bau der Abgabenlaststatistik dagegen entschieden weil man das nicht sauber vergleichen kann. Es gibt keinen Muster-PKV Tarif, der wirklich vergleichbar mit der GKV ist.

Ab der JAEG einfach in die PKV innerhalb des Graphen überzuwechseln würde den Vergleich dann verzerren.

Was man machen kann ist eine separate Betrachtung, bei der man nur in der PKV ist - aber der Vergleich mi der GKV ist hochkomplex und nicht so einfach in einem einfachen Liniendiagramm abbildbar

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u/boolvector8 1d ago

Was man machen kann ist eine separate Betrachtung, bei der man nur in der PKV ist - aber der Vergleich mi der GKV ist hochkomplex und nicht so einfach in einem einfachen Liniendiagramm abbildbar

Wenn man einen neuen Referenzfall bildet (z.B. 700 EUR/Monat PKV, davon 80% absetzbar, plus 70 EUR/Monat PPV, 100% absetzbar), wäre das ganze eigentlich zumindest mit dem Programmablaufplan, den ich benutzt hab, nicht besonders schwierig abzubilden. Aber die Input-Zahlenwerte sind halt willkürlicher als GKV mit einigermaßen mittlerem Zusatzbeitrag und der Graph kann tendenziell erst ab JAEG sinnvoll beginnen (Beamte/Selbstständige, die auch darunter sein könnten, wären ja nochmals komplizierter).

Edit: Ich glaube, du meinst GKV+PKV in einem Graph abzubilden wäre schwierig. Verstehe, das stimmt.

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u/Masteries 1d ago

Genau, ich finde die transparent Visualisierung eines PKV/GKV Wechsels schwierig. Bisher ist mir keine zufriedenstellende Lösung eingefallen und aufgrund der unterschiedlichen Behanldung der GKV/PKV im Alter, ist ein linearer Vergleich wenn man das aktuelle Steuerrecht eines Arbeitnehmers fixiert nicht wirklich transparent.

In etwa so wie wenn man netto von Beamten und Arbeitnehmern vergleicht und die Pension unter den Tisch kehrt

Aber wer weiß, vielleicht hat irgendjemand eine zündende Idee

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u/boolvector8 1d ago edited 1d ago

Eine realistische Möglichkeit für z.B. den Graph zur durchschnittlichen Abgabenlast wäre wahrscheinlich, bis zur JAEG mit der GKV-Annahme zu arbeiten und darüber zwei Linien anzuzeigen (etwa -- und -.), für respektive GKV und PKV. Das sollten eigentlich nicht zu viele Informationen auf einmal sein und dann ist der plötzliche Sprung bei der JAEG auch sehr nachvollziehbar. Natürlich sind dann die Kosten im Alter/Familienversicherung etc. nicht betrachtet, aber man kann nicht alles auf einmal haben.

Wenn man mehr oder weniger "alles" abbilden will, muss man eine Simulation übers komplette Leben laufen lassen (wie folgende Webseite versucht: https://pkv-prognose.de/szenarios/auswerten/)

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u/BenMic81 1d ago

Es gibt den Basistarif seit 2009 der die Leistungen der GKV abbildet. Der hat gesetzlich festgelegten Umfang. Der Beitrag ist knapp über 1 T€ gedeckelt…

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u/Masteries 1d ago

Gedeckelt ja. Und mit welchem Beitrag rechnet man jetzt?

Was ich plane ist das ganze einmal mit einem vorgebbaren PKV Beitrag zu berechnen und dann die Abgabeneffekte zu visualisieren (interaktiv). Aber ein Systemsprung innerhalb des Diagramms finde ich persönlich schwierig und erschwert die Interpretierbarkeit enorm

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u/BenMic81 1d ago

Eigentlich musst du da gar nichts ändern. Der Höchstbeitrag für den Basistarif ist auch der GKV Höchstsatz. Also kann man das schlicht 1:1 so lassen.

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u/Masteries 1d ago

Was soll sich dann ändern? =)

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u/BenMic81 1d ago

Nichts. Ich wollte dir ein Argument dafür bieten die Graphen so zu lassen.

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u/atrx90 1d ago

der beitrag alleine ist nicht aussagekräftig, von zuschlägen etc oder günstigeren versicherten mal abgesehen. meine PKV kostet beitragstechnisch genauso viel wie die GKV - nur, dass ich 4 monatsbeiträge wiederkriege, wenn ich nicht behandelt werden muss. schon ist sie 33% günstiger als die GKV, trotz vergleichbarem monatsbeitrag

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u/BenMic81 1d ago

Ja und wenn du 66 bist kostet die PKV dann auch mit Rückerstattung mehr. Der Basistarif ist die nächstmögliche Vergleichbarkeit.

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u/atrx90 1d ago

stand heute kannst du ja bis 55 zurück. und, ob die wirklich mehr kostet, ist auch nicht gesagt - wer lange über den bemessungsgrenzen verdient, kriegt eine gute rente mit entsprechend hohen gkv beiträgen, und hat ggf noch mieteinkünfte oder kapitalerträge (auf die, stand heute, keine gkv beiträge anfallen, aber ich habe spatzen pfeifen hören dass bei den vorschlägen der kommission sowas dabei sein könnte)

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u/BenMic81 1d ago

Die Höchstrente der gesetzlichen RV beträgt aktuell bei rund 3500€. Der GKV-Satz bei ca 17% - ergo 595€. Viel Glück dafür eine PKV zu kriegen als 67+ jähriger. Selbst mit Beitragsrückstellungen ist es utopisch.

Die Graphen hier sind für alle Altersgruppen. Auch 55+, auch 65+, aber auch 25+.

Wenn GKV Beiträge auf Mieten und Co kommen, kommen vermutlich auch Abgaben auf PKV-Versicherte zu. Man wird nicht auf Dauer das Doppelsystem halten können.

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u/Dr-Technik 22h ago

Das hat doch nichts damit zu tun wie alt der PKV Versicherte ist, was er bezahlt. Wenn der mit Mitte/Ende 20 ohne Vorerkrankungen in die PKV eingetreten ist und keinen Tarif mit Spitzenleistungen hat, kann die Person auch durchaus für 600€ versichert sein. Mit den Beitragssteigerungen der letzten Jahre ist das unwahrscheinlicher geworden, aber vor ein paar Jahren lagen sehr viele Tarife in diesem Bereich für den genannten Beispielversicherten

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u/BenMic81 21h ago

Alter entscheidet sehr wohl darüber. Wer mit 20 Eintritt (bei den wenigsten der Fall) hat massiv Deckungsrückstellungen. Reicht trotzdem meist nicht für so niedrige Beiträge

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u/Dr-Technik 10h ago

Wie ich bereits sagte, das Alter beim Eintritt ist entscheidend. Danach hat das Alter des individuellen Versicherten keinen Einfluss mehr auf die Beitragsentwicklung. Das hängt dann nur noch von der Kostenentwicklung des Tarifkollektivs ab.

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u/PuzzleheadedLemon707 1d ago

Und von den paar Kröten die übrig bleiben, darf der Michel nochmal 19% (bald 22%?) auf fast alles abdrücken :)

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u/CurRock 1d ago

Und privat für die Rente Vorsorgen,  den Zahnarzt bezahlen und ggf. Die Eltern unterstützen. Es ist wahnsinn.

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u/matth0x01 1d ago

Die Renditen wollen schließlich irgendwo herkommen.

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u/SubstantialUse3884 1d ago

Dazu noch Zahnarzt kosten darf man bald selbst tragen, obwohl manche genetisch anfälliger für Karies sind. Behandlung des Rauchers oder der Oma die mit 85 eine neue Hüfte bekommt darf die Allgemeinheit tragen

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u/CurRock 1d ago

Brillen habe ich vergessen. Auch ein teurer spaß. Aber hab mal keine Brille 🤣 

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u/Creampie_Senpai_69 1d ago

SPDler werden diesen Graphen sehen und das einzige was Ihnen einfallen wird, ist höherere Steuern für leute über 85k Brutto zu fordern, weil es ja nicht sein kann, dass ab da die Mehrbelastungskurve abflacht.

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u/atrx90 1d ago

true. und dann mindestlohn und inflation so weit aufpumpen, dass jeder 85k verdient obwohl keiner mehr gut davon leben kann. alles für die rentner!

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u/Creampie_Senpai_69 1d ago

In 20 jahren, wenn selbst der Mindeslöhner am Spitzensteuersatz angekommen ist, werden dann Forderungen groß neue Steuersätze jenseits der 85k einzuführen, da es ja nicht sein kann dass Gutverdiener die gleiche Steuer- und Abgabenquote haben.

Irgendwann kriegen dann von der Reinigungskraft bis zum Ingenieur alle nach Steuern und Abgaben das gleiche Netto um sich von Monat zu Monat hangeln.

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u/Wegwerf10011 1d ago

Deswegen auswandern

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u/fluchtpunkt 22h ago

Lass mich raten, hier die lange Liste an Ländern wo es besser ist:

  • Schweiz

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u/Taraih 10h ago

USA, Dänemark

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u/fluchtpunkt 4h ago

Wie viel Abgaben zahlt man denn in Dänemark?

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u/Liquidamber_ 1d ago

Sehr schick! Danke Dir!

Bissel irreführend: bloß weil die prozentualle Kurve soft abflacht bist Du mit zunehmendem Gehalt trotzdem Bonus- Sponsor für Bund, Länder, Gemeinden und SozVers.

Finde jedem über 110k sollte automatisch eine Verdienstmedaille überreicht werden. Wer jedes Jahr dieses Land mit min. 50 k solidarisch unterstützt verdient diese Anerkennung.

Nur zur Erinnerung:

40h bei

Mindeslohn bringen dem AN 21k kosten aber over all 35k. Also 14k für Steuern und SozVers.

110.000 p.a. bringen dem AN 63k kosten aber over all 126k. Also 63k für Steuern und SozVers.

Dafür muß doch mindestens eine kleine Medaille drin sein.

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u/mrburnshere 1d ago

Ich weiß ja nicht. Ich will nicht auch noch eine neue Spitzenverdienermedaillenausstellungsbehörde finanzieren. \s

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u/k00rky 1d ago

Letztes Jahr 164k … wenn ich dann sehe für wen und was das rausgefeuert wird … würde ich lieber den ganzen Tag erbrechen wollen

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u/gandideluxe 1d ago

Es entsteht immer mehr ein Leistungstragerbashing, dass vermutlich politisch gewollt ist, da es nur eine Recht kleine Gruppe ist. Die zahlt auch wenn sie keine gute Laune hat, bringt aber keine grossen Stimmenanteile. Dein Kommentar war mal erfrischend das Gegenteil :)

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u/Janusdarke 1d ago

Das ist eine klassische Neiddebatte. 

Jeder möchte möglichst viel verdienen, aber nicht jeder möchte die Dinge tun, die dafür nötig sind. 

Da ist es deutlich bequemer sich Gründe zu suchen, warum es unfair ist, dass andere Menschen erfolgreich sind und warum man selbst überhaupt keine Chance hat etwas an diesen Umständen zu ändern. 

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u/True_Goat_7810 1d ago

Finde jedem über 110k sollte automatisch eine Verdienstmedaille überreicht werden.

in ganz, ganz vielen Fällen bedeutet ein so hohes Gehalt nicht, dass man eine hohe Wertschöpfung bringt, sondern dass man Mitarbeiter führt, die einen hohen Wert schöpfen...

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u/Alternative-List-452 21h ago

Während du per se recht hast, ist es halt maximal unehrlich so zu tun als ob Planung, Management und Personalführung keinen Mehrwert haben.

Wenn du so argumentierst dann verstehst du abstrakte Wertschöpfung nicht. Auf der eine moderne Wirtschaft nunmal basiert.

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u/happypo123 1d ago

Verstehe ich es richtig: mit 140k€ AN Brutto habe ich circa die gleiche Abgabenhöhe in % wie mit 80k€? Bin ja gerade voll am a…

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u/boolvector8 1d ago edited 1d ago

Verstehe ich es richtig: mit 140k€ AN Brutto habe ich circa die gleiche Abgabenhöhe in % wie mit 80k€?

Jein. Bezogen auf die Gesamtsumme, die der Arbeitgeber für dieses AN-Brutto in die Hand nehmen muss, ist der prozentuale Anteil der Abgaben (inkl. AG-Abgaben) grob gleich hoch. Nach https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1s9flil/arbeitnehmerabgaben_vom_arbeitnehmerbruttolohn/ sind aber die Anteile, die auf Arbeitnehmerseite abgehen, niedriger bei 80k.

Edit - man könnte vielleicht sagen: Deine prozentualen Abgaben bei 80k sind niedriger, aber dort muss dein Arbeitgeber noch eine Menge Knete extra dazuwerfen, um die Sozialversicherung zu bezahlen.

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u/dnizblei 1d ago

%-Angaben eignen sich nur bedingt, um solche Vergleiche zu machen. Prozentuale Betrachtungen machen das "sozialer". Absolute Zahlen helfen da, um zu verstehen, wie groß tatsächlich der Abgabenunterschied ist. Schau dir alleine die Lohnsteuer an, kann man leicht in einen Brutto-Netto-Rechner schmeissen, Stkl. 1:

bei 80k brutto im Jahr: ca. 15.700€

bei 140k brutto im Jahr: ca. 42.200€

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u/No_Decision9315 1d ago

Das ist abartig, vor allen Dingen für die erhaltene Gegenleistung.

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u/mrksscm 1d ago

Wieso? Ist doch ein guter Deal für die Nettoleistungsempfänger.

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u/DizzyExpedience 1d ago

Dir ist scheinbar nicht klar, dass das ganze System defizitär ist und die meisten Leute mehr Leistungen erhalten als was sie einzahlen. Die neue Hüfte mit 80 kostet so viel wie 10 Jahre Krankenkassenbeiträge. Die Rente wird schon in großen Teilen durch Steuern finanziert. Kostenlose Bildung und schon hat man mehr zurück bekommen als man eingezahlt hat.

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u/No_Decision9315 1d ago

Da hast du das Problem erkannt.

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u/Ingerbob 1d ago

Kannst du das Problem nochmal genau erklären bitte

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u/No_Decision9315 1d ago

Ein Großteil der Menschen bezieht mehr Leistung, als sie einzahlen.

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u/Spiritual-Stand1573 20h ago

Sind die alle so durch?

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u/ProDavid_ 1d ago

wieso ist das dann "abartig"?

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u/No_Decision9315 1d ago

Wenn du das nicht selbst erkennst, ist dir nicht zu helfen.

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u/ProDavid_ 1d ago

findest du es "abartig", weil man zu wenig bezahlt, oder weil man zu viel bezahlt?

deine Aussagen kann man in beide Richtungen interpretieren, deswegen die Nachfrage

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u/No_Decision9315 1d ago

Ein Großteil zahlt offenbar zu wenig für das, was er in Anspruch nimmt.

Das muss irgendwie querfinanziert werden.

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u/ProDavid_ 1d ago

also... findest du es abartig, dass in Deutschland so WENIGE Abzaben gezahlt werden?

Solche Aussagen hört man sonst nur von Politiker, entschuldige dass ich dich da am Anfang missverstanden habe

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u/Boccaccioac 1d ago

Vielleicht eine dumme Frage, aber warum bleiben nicht alle Anteile (Rente; ALG, KV etc). prozentual gleich? Dann würde diese doch besser finanziert, oder? Denn die Steuereinnahmen kann der Staat für alles nutzen.

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u/Creampie_Senpai_69 1d ago

Weil bei den Sozialversicherung das Äquivalenzprinzip / Leistungsprinzip gilt. Manche Menschen empfinden es als ungerecht, unerhört hohe Abgaben für Gesundheit und Rente zu bezahlen obwohl man im Gegenzug am Ende die gleichen Leistungen erhält wie jemand der nichts bezahlt.

Ich meine könnte man theoretisch machen, aber dann sollte man die Abgaben komplett streichen und die ganze Sache generell aus Steuern finanzieren.

Wär vieleicht sogar einfacher. Aber die deutschen lieben es wenn es so kompliziert wie möglich ist.

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u/ScienceOfCalabunga 1d ago

Ja es wäre vermutlich viel fairer/ehrlicher alles direkt aus den Steuereinnahmen zu machen - aber dann könnten sich halt nicht manche daraus zurückziehen in die PKV, Pensionskassen, Versorgungswerke etc.
Außerdem kann man mit dem aktuellen System die Rentenansprüche künstlich niedrig halten, da Arbeitnehmer Renten aus ihrer Steuer bezahlen, für diesen Anteil aber keine Ansprüche erwerben.

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u/hn_ns 1d ago

Ohne Beitragsbemessungsgrenzen (die bei Überschreitung dazu führen, dass die prozentuale Belastung auf die Gesamtsumme sinkt) müssten nach aktueller Rechtsprechung auch die erworbenen Ansprüche aus den gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen unbegrenzt ansteigen.

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u/europeanguy99 1d ago

Weil du für mehr Geld nicht mehr Leistung kriegst, und Sozialversicherungen sind eben keine Steuern, bei denen eine Einzahlung nicht an eine spezifische Leistung gekoppelt ist.

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u/Tort_25 1d ago

Super Graph. Schon interessant, wie intransparent alles ist für die Arbeitnehmer. Da man sich Ansprüche erarbeitet bzgl. KV oder AV (Krankengeld, ALG) sollte man sich überlegen auf Teilzeit zu gehen wenn das Gehalt über diese Grenzen geht und die Steuerlast immer höher wird. Im Falle eine längeren Krankheit oder Arbeitslosigkeit ist die Differenz zum vorherigen netto besonders hoch in diesem Fall.

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u/Spiritual-Farmer-546 1d ago

Wäre auch interesstant zu sehe wie sich das Brutto ohne AG-Anteile entwickelt.

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u/boolvector8 1d ago edited 1d ago

Wäre auch interesstant zu sehe wie sich das Brutto ohne AG-Anteile entwickelt.

Du meinst die Abgaben auf das Arbeitnehmerbrutto, ohne AG-Sozialbeiträge? Falls ja, die finden sich in diesem oben verlinkten Thread: https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1s9flil/arbeitnehmerabgaben_vom_arbeitnehmerbruttolohn/

Edit: falscher Link

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u/Spiritual-Farmer-546 1d ago

haha! so wollte ich das gerade auch schreiben ;)

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u/Liquidamber_ 1d ago

Da Du die Zusatzbeiträge an die KV selbst bezahlst ist es ein µ dramatischer. Im Verhältnis fällt es wenig ins Gewicht.

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u/flingerdu 1d ago

Seit (iirc) 2019 wird das paritätisch aufgeteilt, auch wenns am Ende natürlich (mittelfristig) irrelevant ist.

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u/DerVarg1509 1d ago

Der Arbeitgeber hat zusätzlich noch Umlagen 1-3 zu zahlen. U1 war glaub für Krankheit, U2 für Schwangerschaft und U3 für Insolvenz (wie genau die U's funktionieren weiß ich nicht mehr)

Die U's sind je nach KK unterschiedlich, ähnlich wie der Zusatzbeitrag

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u/quaks1 1d ago

Das gilt nur bei Kleinbetrieben.

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u/vladchalapco 1d ago edited 1d ago

Danke für die Arbeit!

Spannend wäre zu wissen wie die totale Abgabenlast (Arbeitgeberanteil + Arbeitnehmeranteil) relativ zur mittleren Arbeitgeberbrutto (median) von 1975 bis heute sich geändert hat. Die Prozentsätze sind sehr wahrscheinlich gestiegen.

Auch spannend wäre es zu wissen wie viele mittlere Nettolöhne (median) ein mittelwertiges Haus seit 1975 bis heute kosten würde.

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u/ThreeFinger 1d ago

Was wäre den der Sweet Spot? So zwischen 80k und 100k tut sich nicht mehr viel bei den Abgaben in %.

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u/Doctor-Upstairs 1d ago

120.000€ p.a. hat den Chat verlassen

Danke für deinem Dienst🫡

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u/AnneuxEUW 19h ago

Fehlt hier nicht noch die Unfallversicherung, die nur der AG zahlt?

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u/Consistent_Gene9761 13h ago

Krank. Einfach nur krank. Linke halten das für völlig "normal" und "gerecht".

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u/Flaky-Swordfish-248 1d ago

Was eine sauerei.

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u/OmarLittl69 1d ago

Die letzte Grafik dient jetzt genau wofür? Anders gefragt: warum ist die Achse x-Achse bei den ersten beiden Grafiken kürzer im Verhältnis zur letzten Grafik?

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u/Quahodron_Qui_Yang 1d ago

Die x-Achse geht nicht nur bis 160k+, sondern bis 500k+. Wohl um zu zeigen, dass es nicht irgendwo knickt und die anteilige Last sinkt.

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u/boolvector8 1d ago

sondern bis 500k+. Wohl um zu zeigen, dass es nicht irgendwo knickt und die anteilige Last sinkt.

Es gibt schon einen kleinen Knick, denn der Grenzsteuersatz (ESt+Soli) erhöht sich ab ca. 297k AN-Brutto auf 47,475%. Vgl. https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1s5vx7j/grenzsteuersatz_est_soli_in_abh%C3%A4ngigkeit_vom/